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Im Erzgebirge soll das Zugfahren der Zukunft erkundet werden

Das automatisierte Fahren ist nicht nur auf der Straße ein Thema. Auch auf der Schiene soll es in Zukunft ohne menschliche Hilfe vorwärtsgehen. Die Forschungsarbeit dazu soll im Erzgebirge geleistet werden.

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Im Erzgebirge soll das Zugfahren der Zukunft erkundet werden

(Bild: TU Chemnitz / Jacob Müller)

Lokführer war gestern: Das Erzgebirge will Vorreiter in Sachen fahrerlose Züge werden. Dafür soll in Annaberg-Buchholz in Zusammenarbeit mit der TU Chemnitz eine eigene Forschungseinrichtung aufgebaut werden. Auf dem "Smart Rail Connectivity Campus" soll das hoch automatisierte Fahren auf Normalspurgleisen Realität werden. "Mit den angestrebten Forschungsergebnissen können wir maßgebliche Beiträge zu einem nachhaltigen Schienenverkehr leisten", sagte Uwe Götze, Prorektor für Transfer und Weiterbildung der TU Chemnitz.

Seit dem 19. Januar wird der Zugbetrieb der Erzgebirgsbahn durch ein digitales Stellwerk (DSTW) vollautomatisch gesteuert. Mit der 23 Kilometer langen Strecke zwischen Annaberg-Buchholz und Schwarzenberg steht eine Trasse für Testfahrten zur Verfügung. Entwicklungsarbeiten zum sächsischen Hybrid-Schienenfahrzeugprojekt EcoTrain seien weit fortgeschritten und mit dem Unteren Bahnhof in Annaberg-Buchholz sei ein idealer Standort für die Einrichtung eines Forschungscampus im Erzgebirge vorhanden, heißt es in einer Mitteilung der TU Chemnitz.

Das nach Angaben der Stadt europaweit einzigartige Modellprojekt hat nun bis Herbst Zeit, beim Bundesforschungsministerium ein detailliertes Konzept einzureichen. In einer ersten Auswahlrunde wurde das Projekt demnach von mehr als 100 Vorschlägen unter die besten 32 Vorhaben aufgenommen. Weitere Projekte sind zum Beispiel die "Blockchain-Schaufensterregion Mittweida" und das "Innovationsbündnis für die Entwicklung emissionsarmer Flugantriebe in der südöstlichen Metropolregion Berlin Brandenburg (IBEFA)". Am Ende sollen zwölf Ideen den Zuschlag erhalten. Dann winken Fördergelder von bis zu 8 Millionen Euro allein für die ersten beiden Jahre.

Beim automatisierten Zugbetrieb spielen demzufolge insbesondere die Kontrolle, Sicherheit und Überwachung der Trasse eine entscheidende Rolle. Wichtig sei zudem, dass Menschen, Signale, Umgebung und Bahnhöfe interaktiv erkannt würden. Dazu seien unter anderem leistungsfähige Computer, Sensoren, Kameras und Schnittstellen notwendig. Entlang der Teststrecke solle deshalb ein leistungsfähiges 5G-Datennetz aufgebaut werden.

An dem Projekt sind unter anderem die Erzgebirgsbahn, die TU Dresden, zwei Fraunhofer-Institute, das DLR sowie mehrere Unternehmen wie zum Beispiel Siemens und Mennekes Elektrotechnik beteiligt. Auch Sachsens Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben. (mit Material der dpa) / (anw)

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