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Im Westen kaum Neues: AMDs Spieler-Grafikkarte Radeon R9 285 mit Tonga-GPU

Die Radeon R9 285 ist die erste Spieler-Grafikkarte mit Tonga-Grafikchip. Er hat 1792 Shader-Kerne und steuert über 256 Datenleitungen wahlweise 2 oder 4 GByte Speicher an. Doch sie umgibt zahlreiche Mysterien.

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AMD hat eine neue Spieler-Grafikkarte aus der R9-Serie enthüllt. Sie setzt auf den Tonga-Grafikchip, der Vorab-Gerüchten zufolge im Vergleich zu den bisherigen Tahiti-GPUs besonders effizient arbeiten soll. Genaue Angaben dazu hat AMD aber selbst zur Präsentation der neuen Grafikkarte nicht gemacht.

Radeon R9 285: AMDs erste Grafikkarte mit Tonga-GPU.

(Bild: AMD)

Ein Blick auf die Spezifikationen zeigt eine um 60 Watt geringere Thermal Design Power (TDP) im Vergleich zur Radeon R9 280. Allerdings bietet letztere eine geringfügig höhere theoretische Rechenleistung (3,34 zu 3,29 TFlops) und wesentlich höhere Transferrate zum Speicher (240 statt 176 GByte/s). Allein diese Maßnahmen sorgen unter Last bereits dafür, dass die Leistungsaufnahme signifikant sinkt. Im Vergleich zur Tahiti-getriebenen Radeon R9 280 hat die 285-Standardversion überdies nur 2 statt 3 GByte VRAM. Das ist bei manchen Spielen bereits zu wenig, sofern man sie in Auflösungen größer Full HD und mit maximaler Texturdetailstufe flüssig spielen möchte – für AMDs hauseigene, VRAM-schluckende Mantle-Schnittstelle ohnehin.

Merkwürdig ist, dass AMD keine genauen Angaben über mögliche Architekturänderungen zur Effizienzsteigerung gemacht hat. Erwähnt hat die Firma auf ihrem PR-Event lediglich, dass die Radeon R9 285 auch einen TrueAudio-Soundprozessor enthält – den gabs bisher nur auf den Bonaire- (R7 260X) und Hawaii-GPUs (R9 290/290X). Die Relevanz dieser Technik für Spieler ist derzeit aber noch mehr als gering. Lediglich das Schleichabenteuer Thief unterstützt TrueAudio für verbesserte Halleffekte – doch selbst beim genauen Hinhören fällt es schwer, einen Unterschied zum Normalo-Modus festzustellen.

AMD hatte Tonga vor kurzem auf der Profi-Grafikkarte FirePro W7100 debütieren lassen und dort einige wenige Neuerungen des Chips verlautbart. Er soll – zumindest auf der W7100 – die doppelte Geometrieleistung im Vergleich zu Tahiti bieten und 1080p24-Bildmaterial bis zu 12 Mal schneller enkodieren können als in Echtzeit. Eine reibungslose Hardware-Enkodierung ist etwa zum Live-Streaming auf Portale wie Twitch essentiell.

Die Radeon R9 285 soll ab dem 2. September für 250 Euro (2 GByte) von zahlreichen Herstellern erhältlich sein. Für die 4-GByte-Version dürfte ein Aufschlag von mindestens 30 Euro fällig werden. Derzeit ist die schnellere Radeon R9 280X bereits ab 220 Euro erhältlich.

Radeon R9 285 vgl. Radeon R9 280 vgl. Radeon R9 280X
GPU Tonga Tahiti Tahiti
Fertigung 28 nm 28 nm 28 nm
Transistoren k. A. 4,31 Mrd. 4,31 Mrd.
Shader-Rechenkerne 1792 1792 2048
Rechengruppen 28 CU 28 CU 32 CU
Textureinheiten 112 112 128
Texeldurchsatz 102,8 Gtex/s 104,5 Gtex/s 128 GTex/s
Rasterendstufen 32 32 32
GPU-Takt bis zu 918 MHz bis zu 933 MHz 1000 MHz
Rechenleistung (SP/DP) 3,29 / k. A. 3,34 / 0,836 TFlops 4,09 / 1,02 TFlops
Speicher 2 oder 4 GByte GDDR5 3 GByte GDDR5 3 GByte GDDR5
Speicher-Takt (R/W) 2750 MHz 2500 MHz 3000 MHz
Speicher-Anbindung 256 Bit 384 Bit 384 Bit
Datentransferrate 176 GByte/s 240 GByte/s 288 GByte/s
Stromanschlüsse 2×6-pin 1×6-pin, 1×8-pin 1×6-pin, 1×8-pin
Formfaktor Dual-Slot Dual-Slot Dual-Slot
Display-Anschlüsse 2×DL-DVI, HDMI, DP 2 × DL-DVI, HDMI, DP DL-DVI, HDMI, 2 × MiniDP
Mehrschirmbetrieb 4 4 4
4K-fähig ja ja ja
TDP 190 Watt 250 Watt 250 Watt
DirectX 11.2 (FL 11_?) 11.2 (FL 11_1) 11.2 (FL 11_1)
Mantle ja ja ja
TrueAudio ja nein nein
Preis ab 250 Euro (UVP) 180 Euro 220 Euro

(mfi)