Gesichtsdaten: Twitter fordert Clearview zur Löschung auf

Ein bislang unbekanntes US-Startup hat aus frei zugänglichen Fotos eine gigantische Gesichtsdatenbank erstellt. Twitter hält die Datensammlung für rechtswidrig.

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(Bild: BABAROGA/Shutterstock.com)

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Twitter hat das US-Unternehmen Clearview aufgefordert, die Sammlung von Fotos und anderen Medien in dem sozialen Netzwerk einzustellen und alle bislang zusammengetragenen Daten zu löschen. Laut einem Bericht der New York Times geht der US-Konzern mit einer Unterlassungsforderung gegen das bislang unbekannte Startup vor, das aus drei Milliarden Bildern aus dem Internet eine umfassende Datenbank zur Gesichtserkennung erstellt hat.

Dem Bericht vom Wochenende zufolge hatte das Startup für seine Datenbank öffentlich zugängliche Bilder bei Plattformen wie Facebook und YouTube oder dem US-Bezahlservice Venmo gesammelt. Eine Gesichtserkennungssoftware auf Grundlage der immensen Datenbank soll das Unternehmen mehr als 600 Behörden als Service angeboten haben.

Der Bericht hatte auch international für einiges Aufsehen gesorgt. In Deutschland hatte etwa der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI), Ulrich Kelber, auf die Gefahren biometrischer Gesichtserkennung hingewiesen und sich für deren Verbot im öffentlichen Raum ausgesprochen.

Twitter verweist der New York Times zufolge nun darauf, dass Clearview mit dem Zusammentragen der öffentlich zugänglichen Bilder gegen die Nutzungsbedingungen des Netzwerks verstoßen habe. Ob das Startup aber auf diesem Weg dazu gezwungen werden kann, die Datenbank tatsächlich zu löschen, ist unklar, schreibt die US-Zeitung weiter. Zwar habe es immer wieder Klagen gegen derartiges Scraping gegeben, aber LinkedIn habe in solch einem Fall vor wenigen Monaten vor einem Gericht in Kalifornien verloren. Möglicherweise auch aus diesem Grund haben weder Facebook, noch Youtube oder Venmo der US-Zeitung gegenüber erklärt, ob sie ähnlich gegen Clearview vorgehen wollen. (mho)