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Immer mehr Inserate online

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In den kommenden Jahren werden die Tageszeitungen nach Einschätzung des Kommunikationswissenschaftlers Axel Zerdick zwei Drittel ihrer Rubrikenanzeigen an Online-Dienste verlieren. Stellenanzeigen, Automarkt und Immobilien seien in den Zeitungen "nicht gut aufgehoben", wenn man die Alternative des Internet- Angebots habe, sagte der Berliner Publizistik-Professor am Mittwoch im DeutschlandRadio Berlin. Die Online-Dienste böten ein breiteres Spektrum und seien aktueller, weil sie Angebote schneller herein- und herausnehmen könnten. Die Zeitungen sollten deshalb verstärkt selbst solche Dienste anbieten und mit guten redaktionellen Inhalten koppeln, sagte Zerdick laut dpa.

Der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Helmut Heinen, erklärte unterdessen, die Branche werde sich in absehbarer Zeit wieder konsolidieren. Voraussetzung dafür seien allerdings Erleichterungen bei den Rahmenbedingungen, sagte Heinen nach BDZV-Angaben am Dienstag auf einer Podiumsdiskussion in Berlin. Das Betriebsverfassungsgesetz, das Gesetz zur Scheinselbstständigkeit und das Urhebervertragsrecht hätten die Medienbranche in Bedrängnis gebracht.

Zu den vom Verband angesprochenen verbesserten Rahmenbedingungen gehören offensichtlich auch entsprechende Forderungen in den laufenden Tarifverhandlungen für Tageszeitungsredakteure: Der BDZV blieb in dieser Woche bei dem Angebot für eine Gehaltssteigerung von 2,1 Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten und vier Nullmonaten (der Tarifvertrag soll rückwirkend zum August 2002 in Kraft treten). Außerdem hatte der Verlegerverband den Manteltarifvertrag unter anderem mit Vereinbarungen über Urlaubsgeld, besondere Jahresleistungen und Regelungen zum Urheberrecht zum Anfang nächsten Jahres gekündigt, bot aber eine Verschiebung der Neuverhandlungen an. Die Gewerkschaft ver.di hat dagegen einen Abschluss in Höhe von 3,1 Prozent mit einer Laufzeit von 14 Monaten und zwei Nullmonaten vorgeschlagen -- dies allerdings nur unter der Bedingung, dass der Manteltarifvertrag wieder in Kraft gesetzt wird. (jk)

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