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Immer mehr PCIe, wenig SATA: Die SSDs auf der CES

SATA-SSDs haben zwar noch lange nicht ausgedient, bei den Neuvorstellungen der CES aber dominieren die schnelleren Modelle mit PCIe und NVMe-Protokoll.

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Speicher-Rundgang

SSDs gehören zwar nicht zu den Schwerpunkten des CES, aber einige interessante neue Produkte haben verschiedene Hersteller dennoch mitgebracht. Dazu gehören etwa die bereits vorgestellten SSDs von Seagate. Die meisten Neuvorstellungen haben eine PCIe-Schnittstelle, Modelle mit SATA-Interface werden immer seltener. Dazu stellt Intel eine M.2 mit Mischbestückung aus schnellem Optane-Speicher und langsamem QLC-Flash vor.

Bei der Intel Optane Memory H10 handelt es sich im Prinzip um eine Platine, die mit zwei SSDs bestückt ist: QLC-SSD und Optane-Beschleuniger. Jeder Teil wird über zwei PCIe-Lanes angesprochen – dazu sind Änderungen im BIOS notwendig, denn bislang kann in einem M.2-Slot immer nur eine SSD stecken. Intel will mit der H10 die Kapazität des günstigen QLC-Flashs und die Geschwindigkeit des Optane-Speichers vereinen.

Wahrscheinlich soll der Optane-Teil als Beschleuniger für die QLC-SSD dienen. Eine ähnliche Technik hatte Intel mit dem Festplatten-Beschleuniger Optane Memory bereits im vergangenen Jahr auf den Markt gebracht, nur sitzen hier beide Laufwerke auf einer gemeinsamen Platine. Durch die notwendigen Anpassungen wird die H10 wahrscheinlich ausschließlich als OEM-Produkt für Notebook-Hersteller geplant sein und niemals auf dem Endkundenmarkt erscheinen.

Kingston bringt mit den NVMe-SSDs A2000 und KC2000 Nachfolger der 1000er Serien. Beide bieten im Vergleich zu den Vorgängern mehr Leistung und arbeiten mit 3D-TLC-Speicher, wahrscheinlich von Micron.

Die A2000 mit maximal 2 TByte soll beim Lesen 2 GByte/s erreichen, beim Schreiben immerhin 1,5. Die KC2000 sind schneller, Kingston verspricht 3 beziehungsweise 2 GByte/s, Angaben zur Leistung beim Zugriff auf zufällige Adressen liegen noch nicht vor. Nähere Details will Kingston zum Marktstart Ende März verkünden.

Der chinesische Hersteller Longsys bringt unter der Marke Lexar nicht nur die bislang größte SD-Karte zur CES mit, sondern auch eine Reihe von SSDs. Die NM-Serie besteht aus den SATA-SSDs NM200 und den PCIe-SSDs NM500, NM520 und NM600.

NM500 und NM520 arbeiten mit zwei PCIe-3.0-Lanes und erreichen beim Lesen bis zu 1650 MByte/s. Sie unterscheiden sich vor allem in der Baulänge: Die NM520 kommt im M.2-Format 2242, während die NM500 im typischen 2280-Format erhältlich sein wird. Dies nutzt auch die NM600, die mit bis zu 2,1 GByte/s beim Lesen und 1,6 GByte/s beim Schreiben etwas schneller ist; sie nutzt vier PCIe-Lanes.

Lexar will für die SSDs eigenes SSD-Tool namens Lexar SSD Dash veröffentlichen, noch aber ist es nicht erhältlich. Die PCIe-SSDs sollen noch in diesem Monat auf den Markt kommen; die von Lexar verkündeten Preise erscheinen auf den ersten Blick recht hoch. So soll etwa die NM600 mit 480GByte 250 US-Dollar kosten – deutsche Preise sind noch nicht bekannt.

Plextor stellt die neue SATA-SSD M9V sowie die PCIe-SSD M10Pe vor. Beide nutzen Toshiba-Flash mit 96 Lagen. Die M10Pe soll bei sequenziellen Zugriffen bis zu 3,2 beziehungsweise 2,5 GByte/s erreichen, bei Zugriffen auf zufällige Adressen bis zu 410.000 beziehungsweise 320.000 IOPS.

Zwar haben die meisten Mainboards M.2-Slots zur Aufnahme einer schnellen SSD, aber eben nicht alle. Für diese bringt Plextor seine M10Pe auch in Form einer PCIe-Steckkarte aiuf den Markt.

Die M9V reizt die SATA-Schnittstelle mit Werten von 560 MByte/s beim Lesen und 520 MByte/s beim Schreiben fast aus. Sie soll mit bis zu 1 TByte Speicherplatz erhältlich sein, zur maximalen Kapazität der M10Pe gibt es noch keine Angaben. Beide sollen im dritten Quartal erhältlich sein.

Toshibas neue SSDs aus der BG4-Serie sind wie die Intel-SSDs nicht für den Endkundenmarkt, sondern vor allem für Hersteller von Notebooks entwickelt worden. Sie werden im 2216- und 2230-Format erhältlich sein und bis zu 1 TByte Kapazität liefern. Die Versionen bis 512 GByte sollen lediglich 1,3 Millimeter hoch sein. Toshiba verspricht sequenzielle Transferraten von bis zu 2,25 GByte/s und bis zu 380.000 IOPS. (ll)