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Immersis: VR-Beamer macht Wohnzimmer zum Bildschirm

Ein Projektor mit Fischauge soll Virtual Reality gesellig machen und das mit Helmen verbundene Risiko von Übelkeit minimieren.

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Immersis: VR-Beamer macht Wohnzimmer zum Bildschirm

(Bild: Catopsys)

Der französische Hersteller Catopsys verfolgt mit seinem VR-Beamer einen anderen Ansatz für Virtual Reality als gängige Helme. Durch den Einsatz einer Fischaugen-Linse soll der Immersis getaufte Projektor den sichtbaren Bereich in Spielen vom Fernseher auf den Wohnraum erweitern und somit eine 180-Grad-Umgebung ermöglichen.

Die Panorama-Ansicht hätte laut Hersteller im Gegensatz zu VR-Helmen gleich mehrere Vorteile: So können mehrere Personen an einem Spiel teilnehmen, zudem sei im Gegensatz zu Head-Mounted-Displays nicht mit Übelkeit bei längeren Sessions zu rechnen.

Zentraler Bestandteil des Spielerlebnisses bleibt der TV-Bildschirm, dieser wird von eimem Full-HD-Beamer um ein Panorama-Bild erweitert, welches den Raum neben und über dem Fernseher abdeckt. Ecken und Gegenstände im Wohnzimmer könne der Beamer durch eine spezielle Software ausgleichen. Hierfür ist es jedoch erforderlich, dass Nutzer ein 3D-Modell ihres Wohnraums erstellen. An einer automatischen Vermessungsmöglichkeit arbeitet Catopsys derzeit noch.

Voraussetzung für eine 180-Grad-Umgebung ist jedoch die Berechnung des verwendeten Spiels an einem leistungsfähigen PC. Für Unity 3D stünde bereits ein Plugin zur Verfügung, eine Schnittstelle für Spiele, die auf die Unreal Engine setzen, befinde sich im Beta-Stadium. Darüber hinaus werde es auch ein universelles Plugin geben, mit dem sich alle Spiele oder 3D-Anwendungen mit Immersis nutzen lassen. Neben Videospielen sollen auch Panorama-Videos und -Fotos von der Darstellung mit Immersis profitieren. Mit Google Photosphere aufgenommene Inhalte seien bereits nutzbar.

Das Kickstarter-Ziel von 100.000 US-Dollar wurde vier Tage vor dem Ende der Kampagne erreicht. Wer mindestens 150 US-Dollar beisteuert, soll im Mai 2015 ein frühes Entwickler-Kit von Immersis erhalten. Die erste Version des VR-Beamers soll Ende 2015 erscheinen. Der Preis liegt voraussichtlich bei 2.500 US-Dollar.

Mit Illumiroom hat Microsoft auf der CES 2013 ein Forschungsprojekt vorgestellt, welches einen sehr ähnlichen Ansatz verfolgt, um mit einem Weitwinkel-Projektor im Zusammenspiel mit einer Kinect-Kamera die Wände des Wohnzimmers als Spielfläche zu nutzen. Immersis würde im Gegensatz zu Illumiroom jedoch auch ohne Kamera und Bildschirm auskommen. (axk)

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