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Immun gegen die Impfung

Infektionsforscher beschäftigen sich mit einer beunruhigenden Frage: Verliert die Medizin eine ihrer wirksamsten Waffen? Besiegt geglaubte Krankheiten tauchen plötzlich wieder auf – trotz Impfung. Und sind oft gefährlicher als zuvor.

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Immun gegen die Impfung

(Bild: Shutterstock )

Es gibt Impfungen, wie zum Beispiel gegen Masern oder Pocken, die halten ein Leben lang. Andere Infektionen scheinen dagegen nur bedingt für eine Impfung geeignet zu sein. Bei ihnen entsteht oft keine dauerhafte oder keine vollständige Immunität. Ein besonders beunruhigendes Beispiel ist der Keuchhusten. Das Bakterium Bordetella pertussis befällt die Schleimhaut der Atemwege und löst heftigen Husten mit starker Atemnot aus. Das Impfen begann vor fast 80 Jahren, inzwischen sind 82 Prozent aller Menschen geimpft. Trotzdem gibt es jährlich 16 Millionen neue Fälle. Und es sterben vor allem Kinder daran – rund 200.000 im Jahr.

TR 06/2018

Technology Review Juni 2018

Dieser Beitrag stammt aus Ausgabe 06/2018 der Technology Review. Das Heft ist ab 24.05.2018 im Handel sowie direkt im heise shop erhältlich. Highlights aus dem Heft:

2012 kam es zum bislang größten Ausbruch in Großbritannien. Fast 10.000 Personen erkrankten an Keuchhusten. Dafür verantwortlich war ein Bakterienstamm, von dem Forscher der Universität Bath annahmen, er habe sich als Reaktion auf die Impfung aufgerüstet. Ohnehin fällt auf, dass mit diesen Ausbrüchen vor allem die Industrieländer zu kämpfen haben. In den Entwicklungsländern Afrikas hingegen hält die Impfung die Krankheit gut unter Kontrolle.

Eine Erklärung für die Ausbrüche in der westlichen Welt könnte Evolution sein. Denn hier hatten die Bakterien Jahrzehnte mehr Zeit, Strategien gegen den Impfschutz zu entwickeln. Beispiele für diesen Trend sammelt der amerikanische Zoologe Andrew Read: "Es gibt immer mehr Erreger, die auf Impfungen mit Anpassungen reagieren", sagt er.

Mehr Informationen zu einzelnen Impfungen und darüber, welche Impfungen eventuell zu aggressiveren Erregern geführt haben, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von Technology Review (jetzt im gut sortierten Zeitschriftenhandel und im heise shop erhältlich).


(Nike Heinen) / (inwu)

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