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In Berlin mischt sich ein autonomer E-Bus unter den Straßenverkehr

Die BVG startet den Probebetrieb eines Roboterfahrzeugs am Tegeler See. Der Test soll die Berliner mit der fahrerlosen Technik stärker vertraut machen.

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Bald auch in freier Wildbahn: Autonomes Bus-Shuttle auf dem Gelände der Berliner Charité.

(Bild: BVG)

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Premiere für die Hauptstadt: Im August wollen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) einen elektronischen Shuttle-Bus auf der neuen Linie "See-Meile" zwischen dem U-Bahnhof Alt-Tegel und dem Schiffsanleger an der Greenwichpromenade am Tegeler See in Betrieb nehmen. Es handelt sich um den ersten Test mit einem autonomen Fahrzeug auf öffentlichen Straßen in Berlin. Für die insgesamt 1,2 Kilometer hin und zurück braucht der Roboterbus bei einer Höchstgeschwindigkeit von 15 km/h rund 15 Minuten. Drei Stopps sind unterwegs eingeplant.

Erste Testfahrten ohne Fahrgäste beginnen Anfang der kommenden Woche, sagte eine BVG-Sprecherin. Der reguläre Linienbetrieb solle dann noch im August starten, berichten Berliner Tageszeitungen. Das Pilotprojekt in dem Ausflugsgebiet soll zunächst bis Ende des Jahres laufen und dann ausgewertet werden. Eine spätere längerfristige Neuauflage ist nicht ausgeschlossen.

Bis zu sechs Passagiere werden kostenlos befördert. Dazu gesellt sich ein Aufpasser, der zur Not eingreifen kann. Die Betriebszeiten werden an Werktagen durch eine lange Mittagspause fürs Aufladen der Batterie unterbrochen und enden spätestens um 18:30 Uhr. Zum Einsatz kommt der mit Radar und Lidar ausgerüstete EZ10 des französischen Herstellers EasyMile. Derzeit betreibt die BVG auch vier vergleichbare selbstfahrende Busse an zwei Standorten der Charité, dort aber auf Privatgelände ohne viel Verkehr.

Es gehe darum, mit dem Test direkt im Straßenland den Bürgern die hochautomatisierte Technik noch näher zu bringen und ihnen auch die Möglichkeit zur Kritik zu geben, heißt es bei der BVG. Versuche mit fahrerlosen Bussen gibt es auch in anderen deutschen Städten. In Hamburg soll ebenfalls noch im August eine Roboterlinie im öffentlichen Verkehrsraum ihren Dienst aufnehmen. Das dortige Fahrzeug wird planmäßig mit bis zu 50 km/h unterwegs sein. (vbr)