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In a Galaxy far, far away: Star Wars Battlefront getestet

Kommt bei dem Multiplayer-Shooter echte Star-Wars-Atmosphäre auf oder ist es bloß ein Battlefield-Klon im Rebellenkostüm? Wir haben uns die finale Version von Star Wars Battlefront auf der PS4 angesehen.

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Star Wars Battlefront

Während Fans der siebten Episode der Sternensaga entgegenfiebern, kann man sich ab sofort mit EAs neuem Multiplayer-Shooter Star Wars Battlefront die Zeit bis zum Kinostart vertreiben. Doch wie viel Star Wars steckt im neuen Battlefront des schwedischen Entwicklerstudios Dice?

Wie der Publisher Electronic Arts bereits ankündigte, ist Star Wars Battlefront in erster Linie ein Online-Multiplayer-Spiel in gewohnter Battlefield-Manier. Zwar gibt es auch einen netten Solo-Modus, in dem wir beispielsweise etappenweise Wellen von Gegnern ausschalteten – mehr als eine nette Dreingabe ist dies jedoch nicht, zumal die KI-Gegner eher als Kanonenfutter herhalten. Wer hier eine Herausforderung sucht, muss in den höchsten Schwierigkeitsgrad schalten.

Battlefront lässt den Spieler wahlweise auf Seiten der Rebellen-Allianz oder auf der des galaktischen Imperiums in die Schlacht ziehen. Dabei schlüpfen sie entweder in die Rolle eines Rebellensoldaten oder ziehen sich eine Sturmtruppen-Rüstung über. Mit Lasergewehren und Blastern liefern sie sich anschließend Schusswechsel und klettern in unterschiedliche Raumschiffe des Star-Wars-Universums.

Star Wars Battlefront (14 Bilder)

Der Spieler kann in die Rolle von Helden und Schurken schlüpfen.

Die Gefechte laufen häufig recht hektisch ab, da es auf den Karten nicht immer gleich ersichtlich ist, wo der eigentliche Kampf stattfindet. Für spielerische Abwechslung sollen unter anderem verschiedene "Perks" sorgen, die den Spielern besondere Waffenfähigkeiten verleihen. Darunter fallen zusätzliche Granaten, Schutzschildbarrieren oder auch Sprungmodule. Beide Fraktionen haben zudem die Möglichkeit, einen Helden der Filmtrilogie zu steuern wie etwa Luke Skywalker oder Darth Vader, die mit mächtigen Spezialfähigkeiten aufwarten.

Die Steuerung geht sehr einfach von der Hand und dürfte auch für Einsteiger mit wenig Shooter-Erfahrung kein Problem darstellen. Jedoch werden Battlefield-Veteranen nicht ganz auf ihre Kosten kommen; dafür ist das Schießen mit den Laserwummen zu simpel. Abgesehen von den Helden und Schurken haben die Spielfiguren bei Battlefront per se keine Spezialfähigkeiten, was dem Spiel strategische Tiefe nimmt.

Einige Design-Entscheidungen der Entwickler waren nicht nach unserem Geschmack. So steigt man etwa in einen X-Wing ein, indem man über ein Icon läuft und sich einen Knopfdruck später im Cockpit (in der Luft) wiederfindet. Dadurch bekommt der Spielfluss einen leichten Knacks.

Die Präsentation und Inszenierung von Battlefront überzeugte uns jedoch auf ganzer Linie. Wenn uns etwa auf Hoth die Lasersalven eines haushohen AT-AT um die Ohren flogen und sich ein Schneegleiter ein Luftduell mit einem Tie-Jäger lieferte, waren wir von der Star-Wars-Atmosphäre enorm beeindruckt. Nicht zuletzt liegt das an der hervorragenden Soundkulisse mit originalen Soundeffekten und Filmmusik sowie an der grandiosen Optik und Detailverliebtheit. Zumindest auf der PS4 läuft das Spielgeschehen in einer 900p-Auflösung (1600 × 900 Pixel) mit 60 fps.

Einblick in zwei Missionen auf der PS4 (Quelle: mit Material von EA)

Für Abwechslung auf den Schlachtfeldern sollen neun unterschiedliche Spielmodi sorgen. Zum Herzstück gehören die Modi "Vorherrschaft" und "Kampfläufer-Angriff". Bei Vorherrschaft gilt es wie in den Battlefield-Spielen verschiedene Punkte der Karte einzunehmen und zu verteidigen. In Kampfläufer-Angriff gilt es, auf Seiten der Rebellen die imperialen AT-AT-Läufer in einer bestimmten Zeit zu Fall zu bringen, während die Imperialen diese verteidigen müssen. Wer zwischendurch Lust auf reine Luftkämpfe hat, kann den "Jägerstaffel-Modus" spielen. Dort lassen sich sogar Han Solos Millennium Falcon und Boba Fetts Slave 1 steuern.

Die Auswahl an Schlachtfeldern ist recht übersichtlich. In Battlefront wird auf vier abwechslungsreichen Planeten mit je drei Karten gekämpft. Darunter befinden sich bekannte Schauplätze wie der Eisplanet Hoth, die Wüste von Tatooine und der Waldmond Endor, die den Filmschauplätzen nachempfunden wurden. Als neuer, bis dato aus den Filmen noch unbekannter Planet gesellt sich Sullust dazu.

Star Wars Battlefront fängt die Schlachtatmosphäre der Filme hervorragend ein. Das liegt vor allem an der audiovisuellen Kulisse. Kaum ein Star-Wars-Spiel der vergangenen Jahre hat dies so gut hinbekommen. Von tollen Luftkämpfen bis hin zu epischen Schlachten mit bis zu 40 Spielern ist hier für jeden etwas dabei. Lediglich Hardcore-Spieler, die von einem Battlefield mehr Taktik und Anspruch gewohnt sind, werden enttäuscht sein, weil Entwickler Dice das Star-Wars-Thema für eine breitere Masse konzipiert hat. Als simplifizierter Online-Shooter kann Battlefront durchaus überzeugen. (vza)