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Independents dominieren Internet-Radios

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Musikliebhaber, die Musik abseits vom Mainstream gerne im Radio hören, weichen oft vom gewöhnlichen Radio auf das Internet aus. Die Begründung dafür liefert möglicherweise eine Untersuchung (DOC-Datei) des Webcast-Anbieters Live365.com. Laut dieser kamen im vergangenen Jahr 56 Prozent der auf Live365-Programmen ausgestrahlten Musik von unabhängigen Plattenlabeln. Der Rest verteilt sich auf die großen Labels: 13 Prozent des Programms machen Produktionen von Universal aus, 12 Prozent von Sony, 11 Prozent von Warner und 8 Prozent von EMI. Unter den einzelnen Musikstücken haben die Independent Label gar einen Anteil von 70 Prozent.

Anders verhält es sich im terrestrischen Radio, stellt Live365.com Ergebnisse der Marktforscher von Nielsen gegenüber. Sie haben dafür im vergangenen Jahr 1450 Radiostationen begutachtet. Im herkömmlichen Radio haben demnach Independent-Produktionen einen Anteil von 13 Prozent. Universal bestreitet 31 Prozent der Musik, Sony 27 Prozent, Warner 19 und EMI 11 Prozent. Zusammengenommen haben die Major Label hier einen Anteil von 87 Prozent. Live365.com-CEO Mark Lam sieht die Statistik als einen Widerschein dessen, was DJs spielen, wenn sie nicht auf Profite Rücksicht nehmen, sondern auf den Geschmack der Hörer.

Das Unternehmen Live365.com, dem 10.000 Webradios angeschlossen sind und das monatlich nach eigenen Angaben 5 Millionen Hörer erreicht, gehört zu denen, die sich gegen die vom US-amerikanischen Copyright Royalty Board beschlossenen Erhöhungen der Urheberrechtsabgaben wehrt. Kurz vor Inkrafttreten der neuen Tarife am 15. Juli hat der Rechteverwerter SoundExchange kleinen sowie nichtkommerziellen Netzsendern neue Verhandlungen über die Höhe der Gebühren angeboten. Die Alternative lautet, die Webcaster führen DRM ein oder zahlen höhere Gebühren. (anw)