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Indie-Studio klagt: Valve soll Klarnamen von 100 Steam-Nutzern herausrücken

Digital Homicide will Valve zur Herausgabe der Klarnamen von 100 Steam-Nutzern zwingen. Das Indie-Studio wirft den Usern vor, beleidigende Posts und Reviews auf Steam veröffentlicht zu haben – und fordert 18 Millionen US-Dollar Schadensersatz.

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Indie-Studio klagt: Valve soll Klarnamen von 100 Steam-Nutzern herausrücken

Das Indie-Studio Digital Homicide verklagt in den USA 100 Steam-Nutzer auf Schadensersatz in Höhe von 18 Millionen US-Dollar. Entwickler James Romine fühlt sich von den Kommentaren und Reviews der anonymen Nutzer beleidigt, sogar Morddrohungen gegen sich und seine Familie seien dabei gewesen.

Um gegen die verantwortlichen Nutzer vorgehen zu können, muss Romine aber deren Identität herausfinden – dabei soll Valve helfen. Wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht, fordert er von dem Unternehmen hinter der Spiele-Plattform Steam die Klarnamen der User. Die sind auf Steam mit einem Pseudonym registriert. Gegen diese Anordnung kann Valve allerdings noch ankämpfen.

Romine und sein Entwicklerstudio sind keine unbeschriebenen Blätter. In der jüngeren Vergangenheit machten sie mit einer Millionenklage gegen den Youtuber Jim Sterling Schlagzeilen, der eines ihrer Spiele scharf kritisiert hatte. Im aktuellen Fall geht Romine davon aus, dass einige der angeklagten Nutzer dem Unternehmen mit negativen Testberichten gezielt schaden wollen. Er vermutet hinter diesen Accounts konkurrierende Spiele-Entwickler.

Im Raum stehen aber auch Beschwerden über Hasskommentare und Drohungen. Man habe sich an Steam gewandt und verlangt, solche Inhalte besser zu moderieren, erklärt Romine in einem Eintrag auf der offiziellen Webseite. Er sei von Steam allerdings im Stich gelassen worden.

Digital Homicide ist ein Indie-Entwicklerstudio, das hauptsächlich kleine, qualitativ fragwürdige Spiele in hoher Stückzahl produziert. Auf Steam sind diese Titel mittlerweile nicht mehr zu finden: Valve hat auf die Klage reagiert und alle Digital-Homicide-Spiele von der Plattform entfernt. "Valve macht keine Geschäfte mehr mit Digital Homicide, da sich das Studio Steam-Kunden gegenüber feindlich verhält", so die offizielle Begründung. (dahe)

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