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Indien: Internet-Sperre vor kontroverser Entscheidung in Kaschmir

Die indische Regierung hat einmal mehr den Internet-Zugang blockiert: Millionen Menschen in der Konfliktregion Kaschmir wurden von der Außenwelt abgeschnitten.

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(Bild: asharkyu/Shutterstock.com)

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Vor einer schwerwiegenden Entscheidung über den administrativen Status der indischen Teile von Kaschmir hat die Regierung am Sonntag den Internetzugang und weitere Kommunikationsverbindungen in die Region gekappt, berichten Medien übereinstimmend. In Indien sperren Behörden immer wieder den Zugang zum Internet, oft mit der Begründung, so lokale Gewaltausbrüche zu verhindern.

Im aktuellen Fall kommt zu der Internet-Blockade eine Ausgangssperre, eine Ausweitung der ohnehin schon heftigen Militärpräsenz und die Inhaftierung mehrerer prominenter Politiker des Bundesstaats Jammu und Kaschmir. Mobilfunk und Festnetztelefonie wurden ebenfalls blockiert, meldet die Nachrichtenagentur AFP.

Am heutigen Montag wurde dann klar, welchen Hintergrund die Blockade hatte: Wie tagesschau.de berichtet, hat die indische Regierung damit begonnen, der Region ihren verfassungsgemäß garantierten Sonderstatus zu entziehen. Dadurch könnten unter anderem außerhalb der Region wohnende Inder dort nun Land kaufen und sich niederlassen. Ziel könnte es sein, die demografische Zusammensetzung in Kaschmir so zu ändern, dass es der Regierung in Neu-Delhi künftig leichter fallen könnte, ihre Ansprüche dort zu untermauern. Die mehrheitlich von Muslimen bewohnte Region im Himalaya soll außerdem aufgeteilt werden.

Die Regierung hatte offenbar erwartet, dass es nach dieser Ankündigung zu Gewaltausbrüchen kommen könnte und deshalb präventiv den Zugang zum Internet sperren lassen. Vorab waren Touristen aufgefordert worden, die Region zu verlassen, woraufhin an einigen Orten Chaos ausgebrochen sei, berichtet tagesschau,.de weiter. Deutschland hat eine Reisewarnung für Jammu und Kaschmir veröffentlicht und empfiehlt Reisenden dort die Ausreise.

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(mho)