Menü

Indien: WhatsApp bietet Prüfung von "Fake News" an

WhatsApp-Nutzer in Indien können vermutete Falschinformationen an eine spezielle Nummer schicken. Damit will der Dienst gegen "Fake News" im Wahlkampf vorgehen.

vorlesen Drucken Kommentare lesen 14 Beiträge

(Bild: dpa, Andrea Warnecke)

Wenige Tage vor Beginn der Parlamentswahlen in Indien hat WhatsApp einen Dienst eingeführt, um gegen "Fake News" vorzugehen. Wie The Hindu erklärt, können indische Nutzer nun mögliche Gerüchte und Falschinformationen an eine dafür eingerichtete Nummer schicken. In einer Antwort soll ihnen dann mitgeteilt werden, ob die Meldung als wahr, falsch, irreführend, umstritten oder nicht erfasst klassifiziert wurde. Geprüft werden demnach Inhalte in Form von Bildern, Videos oder Texten in den Sprachen Englisch, Hindi, Telugu, Bengali und Malayam.

Für das Angebot arbeitet WhatsApp mit den Startups und Organisationen Proto, Dig Deeper Media und Meedan zusammen. Zusammen wollen sie nicht nur private Nutzer informieren, sondern bitten auch Bürger-Organisationen, ihre Informationen über kursierende Gerüchte und "Fake News" im Wahlkampf weiterzugeben, schreibt die Zeitung. In dem beschuldigen sich die konkurrierenden Parteien und Kandidaten gegenseitig, Falschinformationen zu verbreiten. Vergangenes Jahr war WhatsApp schon im brasilianischen Präsidentschaftswahlkampf für derartige Propaganda missbraucht worden. Ob der Messenger nun ein Gegenmittel gefunden hat, muss sich nun zeigen.

In Indien hatten vergangenes Jahr mehrere Lynchmorde für Aufsehen gesorgt, die auf viral verbreitete Gerüchte zurückgeführt wurden. Danach hatte sich der Druck auf den zu Facebook gehördenen Messenger erhöht, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Unter anderem wurden danach weitergeleitete Nachrichten als solche gekennzeichnet und ihr Aufkommen angeblich deutlich reduziert. Die Checkpoint Tip-Line soll Nutzern nun dabei helfen, vor der größten demokratischen Wahl der Welt irreführende Nachrichten zu durchschauen und deren Weiterverbreitung entgegentreten.

Die Nachrichtenagentur Reuters hat bei einem ersten Test aber auch Stunden nach der Weiterleitung einer Falschinformationen an die Nummer keine Klassifizierung zurück erhalten. Ähnliches hat auch The Next Web beobachtet. Möglicherweise war der Dienst direkt nach der Einführung bereits überlastet. (mho)