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Indien kündigt eigene Mars-Sonde an

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Indien will noch im kommenden Jahr eine eigene Sonde zum Mars schicken. Das kündigte Premierminister Singh in seiner Rede zur Feier des Unabhängigkeitstages am heutigen Mittwoch an. Damit bestätigte er auch die Medienberichte von einem diesbezüglichen Kabinettsbeschluss von Anfang August. Bereits im November 2013 soll die Sonde vom indischen Weltraumbahnhof Satish Dhawan Space Centre (SHAR) starten, berichtet die Tageszeitung The Hindu. Nach einer Flugdauer von 300 Tagen solle die Sonde dann in eine Umlaufbahn um den Roten Planeten einschwenken.

Zieht jetzt auch Indien an: Der Mars

(Bild: Steve Lee (University of Colorado), Jim Bell (Cornell University), Mike Wolff (Space Science Institute), and NASA)

Wissenschaftlich und technisch bedeute die Entsendung einer Sonde einen großen Schritt für Indien, erklärte Singh in der Ansprache. Vor Indien haben lediglich die Vereinigten Staaten, Russland, die ESA, Japan und China derartige Missionen gestartet. Im Erfolgsfall wäre Indien trotzdem das erste asiatische Land, dem derartiges gelungen wäre, denn Japans und Chinas Missionen scheiterten noch vor Erreichen des Roten Planeten.

The Hindu berichtet weiter, dass die Rakete PSLV (Polar Satellite Launch Vehicle) die Sonde ins All befördern soll. An Bord werde eine Nutzlast von 25 Kilogramm zur Verfügung stehen, welche Instrumente genau man aber mitnehme, werde noch entschieden. In der Marsumlaufbahn solle dann das Klima und die Geologie des Planeten untersucht werden. Aber auch um die Suche nach Leben oder Voraussetzungen dafür solle es gehen.

Kosten soll die Mission rund 4,5 Milliarden Indische Rupien, also rund 66 Millionen Euro. Zum Vergleich: Die sehr erfolgreich verlaufende Curiosity-Mission der NASA hat 2,5 Milliarden US-Dollar (rund 2 Milliarden Euro) gekostet. Indien dagegen hatte bereits 2008 die bis dahin billigste Mondmission durchgeführt. (mho)