Indien sperrt extremistische Webseite

Grund für die Sperrung von Hinduunity.org sind offenbar Hassbotschaften, die auf der Webseite veröffentlicht werden. Der Betreiber ruft Hinduisten zum Kampf gegen Moslems und Christen auf.

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  • Torsten Kleinz

Die Polizeibehörde von Bombay hat laut Medienberichten die Provider des Landes angewiesen, die Webseite Hinduunity.org zu sperren. Der Aufforderung sind mehrere Unternehmen nachgekommen, darunter auch der mit mehr als 800.000 Kunden größte Provider des Landes VSNL. Auch die Kunden anderer Provider können nicht mehr auf die Seite zugreifen, die in den USA betrieben wird.

Grund für die Sperrung sind offenbar Hassbotschaften, die auf der Webseite veröffentlicht werden. Der Betreiber Rohit Vyasmaan ruft Hinduisten zum Kampf gegen Moslems und Christen auf. Auf der Webseite ist auch eine schwarze Liste mit den vermeintlichen Feinden des Hinduismus veröffentlicht. Darauf steht neben Pakistans Ministerpräsident und dem Papst auch Sonja Ghandi, die im Mai mit der Kongresspartei die Wahlen in Indien gewonnen hatte.

Bereits im Jahr 2001 hatte der US-Hosting-Provider Addr.com die Seite nach Protesten von seinen Servern gelöscht. Danach hatte sich Vyasmaan mit einer radikalen israelischen Gruppierung zusammengetan und den Provider gewechselt.

Nicht alle Inder sind von dieser Sperrung betroffen. Der Provider Sify spricht der Polizeibehörde das Recht ab, solche Sperrungen anzuordnen, dazu sei alleine das Computer Emergency Response Center der indischen Regierung (CERT-IN) befugt. Doch die Regierungsstelle hat sich bisher nicht zu der Sperre geäußert. In dem aktuellen Fall ist nur die Webseite betroffen. Die Diskussionsforen von Hinduunity werden von dem US-Anbieter Ezboard gehostet und sind in Indien weiterhin erreichbar.

Im Herbst vergangenen Jahres hatte das CERT-IN die Sperrung der kompletten Diskussionsseite groups.yahoo.com angeordnet, weil eine Separatistengruppe dort ein Forum unterhielt. Noch heute beschweren sich indische Internetnutzer, dass sie nicht auf die Service zugreifen können, obwohl die Separatisten dort nicht mehr aktiv sind: Die letzte Botschaft in dem Forum stammt vom Oktober vergangenen Jahres. (Torsten Kleinz) / (anw)