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Telepolis

Individualisierte Schlösser gegen unlizenzieren Chipnachbau

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Seit amerikanische Chiphersteller die Produktion neuer Chips ins Ausland verlagerten, klagen sie über Konkurrenz durch unlizenzierten Nachbau. An der University of Michigan in Ann Arbor und der Rice University wurde nun ein Konzept entwickelt, das diesen verhindern soll. Es nennt sich "Ending Piracy of Integrated Circuits" oder kurz "EPIC" (PDF) und soll angeblich weder die Leistungsfähigkeit noch den Energieverbrauch des Chips beeinträchtigen.

Mit EPIC entstehen zwar alle Chips nach demselben Bauplan, individualisieren sich aber bei der ersten Inbetriebnahme, wo sie eine ID erzeugen, die über eine sichere Verbindung an den Rechteinhaber gesendet wird. Der schickt dann einen dazu passenden Softwareschlüssel an den Hersteller, mit dem dieser einzelne Chip wieder entsperrt werden kann. Dass soll es zwar nicht unmöglich machen, Chips ohne Genehmigung der Rechteinhaber herzustellen, aber doch erheblich erschweren, weil derjenige, der das System "knacken" will, den Vätern des Konzepts zufolge potentiell mehr Geld in diese Entwicklung stecken müsste, als eine Lizenzierung kosten würde.

Jarrod Roy von der University of Michigan will das EPIC-Konzept nächste Woche auf der Konferenz Design Automation and Test in Europe (DATE) vorstellen. Dort wird wahrscheinlich auch näheres dazu erfahren sein, inwieweit sich EPIC zur Einschränkung von Verbraucherrechte einsetzen lässt. (pem)