Cebit

Individuelle Kunst von Roboterhand

Zwar soll die "Industrie 4.0" eines der großen Themen auf der CeBIT sein, doch auf der ganzen Messe gibt es keine Industrietechnik zu sehen. Auf der ganzen Messe? – Nein! Denn in Halle 16 rotieren unbeugsam vier orangenfarbene Roboterarme.

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Robochop in Aktion
Update
Von
  • Peter König

Das Konzept der Installation Robochop (Halle 16, beim Innovationswettbewerb code_n) las sich vorab ebenso klar wie einfach: Vier Industrieroboterarme schneiden Hartschaumwürfel mit einem heißen Draht zu, nach Vorlagen, die jeder vorab online beisteuern konnte. Wessen Design produziert wurde, der bekommt das fertige Objekt anschließend zugeschickt. Wie das vor Ort aussieht, kann man sich genau vorstellen, denkt man da vielleicht, schließlich gab es ja sogar schon ein Video vorab.

Doch vor Ort in der dämmrigen Halle 16 der CeBIT ist dann doch manches anders als gedacht: Auf den ersten Blick scheint die Installation zu stehen, denn die vier Roboterarme bewegen sich manchmal fast minutenlang nur minimal, wenn eine besonders kleinteilig geformter Schnitt zu führen ist. Dann wieder geht es ganz schnell und ein Arm reckt den Hartschaumwürfel hoch zur Hallendecke hin, um ihn dort so zu drehen, dass ein gerade abgeschnittenes Teil des Rohlings zu Boden fällt.

Robochop auf der CeBIT 2015 (10 Bilder)

In Halle 16 auf der CeBIT arbeiten vier Industrieroboter-Arme in Reih und Glied vor einem Hochregallager ...

Für jeden Roboter gibt es ein größeres Fach im Regal, das den Hintergrund der Installation bildet. Dort hinein reichen die mechanischen Arme die fertig zugeschnittenen Objekte und bekommen an ihre Stelle frische Würfel aufgepflanzt. Diese Regalfächer sind Durchreichen: Hinter dem Regal und unter der Empore für die Messebesucher befindet sich ein kleines Logistikzentrum, indem die fertigen Werkstücke verpackt und adressiert werden – fertig zum Versand. Und dort, hinter den Kulissen, arbeitet keine zweite Riege von Robotern, sondern Menschen. Ganz ohne die kommt offenbar auch die Industrie 4.0 nicht aus. Genau für diese vielbeschworene Produktion der Zukunft mit individueller Fertigung am Fließband soll die Robochop-Installation der Designer Clemens Weisshaar und Reed Kram symbolisch stehen.

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Das ganze ist durchaus faszinierend zu betrachten. Jedenfalls für alle, für die Robochop nur eine Station auf ihrem Messerundgang ist: Den Ausstellern in der Halle hingegen wird der charakteristische Geruch des geschmolzenen Polystyrols noch lange nach der CeBIT in der Nase hängen.

[Update 17.04] Inzwischen ist auch unser eigener Robochop-Zuschnitt in der Make-Redaktion angekommen und wir haben ihn vor der Kamera ausgepackt:

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Als besonderes Schmankerl bekamen alle, deren Objekte während der CeBIT von Robochop geschnitten wurden, noch einen YouTube-Schnipsel mit einer Zeitrafferaufnahme des Fertigungsvorgangs geschickt:

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Nach dem Auspacken haben wir unser Objekt (#1056) auf den Namen Makemake getauft – nach dem Schöpfergott der Kultur der Osterinseln. (pek)