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Industrie 4.0: Deutsche Unternehmen von Predictive Maintenance nicht überzeugt

Massenhafte Sensordaten für vorausschauende Instandhaltung von Anlagen sollen die Industrie modernisieren. Wenngleich sich große Hoffnungen auf die Technik richten, bleiben Skepsis und Unentschlossenheit aber noch enorm.

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Industrie 4.0

(Bild: dpa, Ralf Hirschberger)

Drei Viertel der deutschen Industrieunternehmen sehen in Predictive Maintenance (vorausschauender Instandhaltung) derzeit keine für sie brauchbare Technik. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter knapp 400 Firmen. Lediglich 6 Prozent erkennen in den am Markt erhältlichen Angeboten einen bedeutenden Nutzen, hingegen trauen sich 20 Prozent gar keine Einschätzung zu.

Bei Predictive Maintenance sammeln zahlreiche Sensoren Prozess- und Maschinendaten, deren Auswertung beeinflusst, wann und wie oft Maschinen und Anlagen gewartet werden. Das Verfahren soll die Ausfallzeiten minimal halten. Fernwartung und Überwachung von Komponenten sind abseits aller Digitalisierung in der Industrie längst im Einsatz. Gleichwohl gilt Predicitive Maintenance als eine Kernkomponente der unter der Bezeichnung "Industrie 4.0" zusammengefassten Modernisierungsanstrengungen. Schon aufgrund der Menge der gesammelten Daten ist diese Technik nur mit Big-Data-Methoden einsetzbar.

In Predicitive-Maintenance-Angeboten sehen fast drei Viertel keinen großen Nutzen, und 20 Prozent trauen sich gar keine Einschätzung zu.

(Bild: Staufen)

Derzeit noch ausbaufähig, aber künftig bedeutsam

Die Unternehmensberatung Staufen AG befragte für den "Deutschen Industrie 4.0 Index" (als PDF-Datei verfügbar) im Juli 2017 insgesamt 394 Unternehmen, zumeist aus den Bereichen Maschinen- und Automobilbau. Demnach beurteilen 74 Prozent der Befragten die aktuell verfügbaren Predictive-Maintenance-Produkte als ausbaufähig oder trauen ihnen lediglich geringen Nutzen zu.

Trotz der skeptischen Beurteilung aktueller Angebote sind die Hoffnungen auf eine künftig große Bedeutung von Predictive Maintenance in der Industrie enorm.

(Bild: Staufen)

Hoher Automatisierungsgrad trotz Security-Bedenken

Die Skepsis gegenüber Predictive Maintenance könnte auch daher kommen, dass etwa menschliches Versagen (wie Fehlbedienung) und Security-Probleme der IT-Komponenten nicht erfasst werden. Gerade im Bereich Fernwartung ist ein beunruhigender Zuwachs an Sicherheitslücken zu beobachten. In Deutschland ist allerdings die Automatisierung der industriellen Fertigung durch Roboter bereits überdurchschnittlich fortgeschritten. (tiw)

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