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Industrie 4.0: Ein langer Weg in die Fabrik der Zukunft

In der Präsentation des Forschungsprojekts "Smart Face" wirken die Roboter wirklich zusammen, während sie sich an anderen, größeren Messeständen häufig unverbunden nebeneinander bewegen.

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Hannover Messe: Fabrik der Zukunft noch nicht in Sicht

(Bild: Hans-Arthur Marsiske)

Die Fabrik der Zukunft, in der alle Geräte, Bauteile und Mitarbeiter miteinander vernetzt sind und effizient kooperieren, ist das große Thema der Hannover Messe. Doch die intelligenten Produktionsstätten nehmen nur langsam Gestalt an. Die meisten Innovationen stecken derzeit noch im Detail oder – noch schlechter zu erkennen – in der Software.

Viele Exponate vermitteln daher zunächst eher einen konventionellen Eindruck. Da stehen dann ein paar schön herausgeputzte und auf Hochglanz polierte Maschinen, vollführen Pick-and-Place-Aufgaben oder Transporte, teilweise in atemberaubender Geschwindigkeit und mit beeindruckender Präzision. Aber von dem angestrebten Zusammenwirken der Maschinen ist eher wenig zu sehen.

Industrie 4.0 auf der Hannover Messe 2015 (3 Bilder)

Ein Hauch von Industrie 4.0: In der Präsentation des Forschungsprojekts "Smart Face" wirken die Roboter wirklich zusammen… (Bild: Hans-Arthur Marsiske)

Das Forschungsvorhaben Smart Face gibt am Stand des Bundeswirtschaftsministeriums in Halle 2 schon eher eine Idee, wohin die Entwicklung geht. In einer kleinen, rechteckigen Arena wird dort mit Robotern der Produktionsablauf in einer Fabrik simuliert, bei dem sich die Roboter untereinander verständigen, Aufträge erteilen, annehmen oder Fehlfunktionen melden und Alternativlösungen aushandeln.

Modellautos auf den Robotern symbolisieren das zu fertigende Produkt, das verschiedene Produktionsstationen abfährt. Tablet PC auf anderen Robotern zeigen das jeweils angeforderte Bauteil, das zur gewünschten Station transportiert wird. Die Produktion von Elektroautos sei als Beispiel gewählt worden, weil sich hier die Notwendigkeit flexibler Fertigung bis hin zur Losgröße eins abzeichne, sagt Oliver Seiss vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik.

Der kleine Demonstrator erinnert an das Spielfeld der Logistics League beim RoboCup. Ähnlich wie bei dem Roboterturnier erschließt sich das Geschehen auch hier nicht auf den ersten Blick. Aber wer einen sinnlichen Eindruck von Industrie 4.0 bekommen möchte, sollte ruhig ein paar Minuten investieren. (Hans-Arthur Marsiske) / (anw)

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