Infineon holt von Aktionären 1,55 Milliarden Euro für Cypress-Kauf

113 Millionen neue Aktien zu je 13,70 Euro konnte Infineon in einem beschleunigten Verfahren bei institutionellen Investoren platzieren.

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Infineon holt von Aktionären 1,55 Milliarden Euro für Cypress-Kauf

Cypress hilft unter anderem dabei, Autos mit moderner Kommunikationstechnik vollzustopfen.

(Bild: Cypress)

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  • dpa

Der Chiphersteller Infineon hat sich einen Teil der benötigen Milliarden für die Übernahme des US-Konkurrenten Cypress Semiconductor durch eine Kapitalerhöhung besorgt. Es seien knapp 113 Millionen neue Aktien zu je 13,70 Euro in einem beschleunigten Verfahren bei institutionellen Investoren platziert worden, teilte das Unternehmen in der Nacht zum Dienstag mit. Das ist ein Abschlag von rund 4,6 Prozent zum Schlusskurs vom Montag. Vor Kosten und Provisionen nahm Infineon 1,55 Milliarden Euro ein.

Infineon hatte Anfang Juni den Kauf des Konkurrenten Cypress Semiconductor für 9 Milliarden Euro angekündigt – es wäre die größte Übernahme in der Unternehmensgeschichte. Vorstandschef Reinhard Ploss will Infineon mit dem Deal in die "Top 10 der Halbleiterhersteller weltweit" führen. Bei Chips für die Autoindustrie sieht er Infineon sogar auf dem Sprung an die Weltspitze.

Analysten und Aktionäre reagierten verhalten auf den Schritt, den Infineon in einer für Halbleiterunternehmen schwierigen Zeit unternimmt. So steht die Branche angesichts sich eintrübender Konjunkturperspektiven, der Flaute der Autoindustrie und des Zollstreits zwischen den USA und China unter Druck.

Seit der Bekanntgabe des Deals haben Infineon-Papiere ihren Abwärtstrend fortgesetzt und mehr als 10 Prozent verloren. Auf Sicht von zwölf Monaten notieren sie als einer der schwächsten Dax-Werte rund 42 Prozent im Minus. Die neuen Aktien sollen voraussichtlich am 19. Juni zum Handel zugelassen werden, teilte Infineon mit. (anw)