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Infogrames lässt Übersetzung von Civilization 3 untersagen

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Der Spieleentwickler Infogrames Deutschland hat die Übersetzung des US-Titels Civilization 3 per einstweilige Verfügung verhindert. In einer E-Mail und einem Telefonat mit Kai Fiebach, der als Projektleiter von Civ3.de die Lokalisierung begleitete, hat Infogrames-Sprecher Michael Wetzel die Notwendigkeit für diesen Schritt begründet: Bei dem zu übersetzenden Inhalt handele es sich um das Eigentum von Infogrames; nur das Unternehmen habe das Recht, eine deutsche Version des Spiels hierzulande zu veröffentlichen. Daher komme ein durch Infogrames nicht autorisierter Patch nicht in Frage, betonte Wetzel auch im Gespräch mit heise online.

In dem Telefonat mit Fiebach bot Wetzel den 15 Beteiligten Mithilfe bei der Lokalisierung von Civilization 3 für den deutschen Markt an. Als Entschädigung für den betriebenen Aufwand seien auch von den Firaxis-Entwicklern, Urheber der Civilization-Reihe, handesignierte Spiel-Exemplare denkbar, sagte Wetzel weiter. Voraussetzung sei jedoch die Zustimmung des Entwicklers Firaxis, der laut Wetzel an die Übersetzung der dritten Ausgabe des Spiels hohe Anforderungen stelle. Angesichts der schlechten Lokalisierung der ersten beiden Teile durch Microprose scheint dies zwar begrüßenswert, die Spiele-Fans sehen dadurch jedoch ihr Ziel in weite Ferne gerückt, den Patch noch vor Weihnachten 2001 zum kostenlosen Download bereitstellen zu können.

Auf der Projekt-Website zeigen die Hobby-Übersetzer wenig Verständnis für das Vorgehen von Infogrames, zumal sie das Unternehmen bereits frühzeitig über deren Vorhaben per Mail informiert hätten. Laut Wetzel waren die Mails aber an den offizielle PR-Mail-Account adressiert, der aufgrund der hohen Auslastung nicht sofort abgearbeitet werden könne. Auf der Projekt-Seite wurde der Downloadlink für den Patch bereits entfernt. Allen anderen Websites, die das File gespiegelt hatten, sind aufgefordert, es wieder zu entfernen, sagte Wetzel. In einer Stellungnahme bedauert das Team den harten Kurs von Infogrames und stellt die Frage, "ob man der gemeinsamen Sache mit diesem Vorgehen nicht eher schadet als nützt". (daa)

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