Menü

Infomatec AG verbreitete falsche Erfolgsmeldung

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 8 Beiträge
Von

Die Augsburger Infomatec AG hat im vergangenen Jahr laut einem Bericht der Computer-Woche eine Ad-Hoc-Mitteilung verbreitet, die zumindest in Teilen falsch war. Solche Ad-Hoc-Meldungen müssen börsennotierte Unternehmen über Geschäftsereignisse verbreiten, die den Aktienkurs beeinflussen können. In der Mitteilung wird der Abschluss eines Rahmenabkommens zwischen Infomatec und MobilCom verkündet. Das sich daraus ergebende Auftragsvolumen sollte eine Höhe von "mindestens ca. 55 Millionen Mark" haben. Bei diesem "mindestens" handelte es sich, wie erst jetzt bekannt wurde, um eine nicht korrekte Angabe.

Die 55 Millionen Mark beziehen sich auf das Gesamtvolumen des Rahmenvertrages, demzufolge die Mobilcom maximal 100.000 Settop-Boxen von der Infomatec beziehen wollte. Bisher hat die Mobilcom aber lediglich 14.000 Boxen abgenommen – die Abnahme weiterer Boxen ist nach Angaben von Mobilcom-Sprecher Stefan Arlt "derzeit nicht geplant, aber nicht grundsätzlich ausgeschlossen". Diese vertraglich vereinbarte Mindestabnahme von lediglich 14.000 Stück war in der Ad-Hoc-Meldung ebenfalls nicht erwähnt worden.

Auf Anfrage von c't bestätigte Infomatec-Sprecherin Rianne Biesters den Fehler in der Ad-Hoc-Mitteilung. Es hätte nicht "mindestens", sondern "maximal" heißen müssen, sagte sie. Infomatec bereite nun eine neue Ad-Hoc-Mitteilung mit einer Berichtigung vor, die am morgigen Freitag veröffentlicht werden soll. Die Sprecher beider Firmen bestätigten gegenüber c't, dass die Mitteilung nicht mit Mobilcom abgestimmt worden sei. Allerdings hat Mobilcom auch bis heute nicht offiziell auf die falsche Ad-Hoc-Meldung reagiert.

Die Computer-Woche zieht aber auch noch andere Ad-Hoc-Meldungen von Infomatec in Zweifel. Auch der Jubel von Infomatec über den "Mega-Deal" mit Global.Well.com, Pforzheim, über die Abnahme von Settop-Boxen samt zugehöriger Software-Lizenzen über 55 Millionen Mark sei verfrüht gewesen, schreibt das Blatt. Infomatec erklärte zu diesem Vorwurf, bei diesem Geschäft handele es sich lediglich um eine Vertriebsvereinbarung – die entsprechenden Verträge würden in der kommenden Woche unterzeichnet. (axv)