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Infomatec verklagt Mobilcom auf Schadensersatz (Update)

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Ein halbes Jahr nach dem Wirbel um angeblich gefälschte Börsen-Pflichtmeldungen hat das am Neuen Markt notierte Unternehmen Infomatec den Telekommunikationskonzern Mobilcom auf 4,6 Millionen Mark Schadensersatz verklagt. Mobilcom habe entgegen mehrfacher Zusage nur einen kleinen Teil der ursprünglich bestellten 100.000 Settop-Boxen abgenommen. Dadurch sei der Eindruck entstanden, Infomatec mache falsche Angaben über seine Aufträge.

Der daraus resultierende Schaden für Infomatec sei kaum ersetzbar. "Zumindest für den nachweisbaren materiellen Schaden soll Mobilcom nun aufkommen", teilte Infomatec mit. Im Gegenzug wolle die Mobilcom Infomatec ebenfalls wegen der Probleme bei der Lieferung der Settop-Boxen auf Schadensersatz verklagen. Die Mobilcom beziffere ihren Schaden mit elf Millionen Mark.

Infomatec hatte bei einem Auftrag über 100.000 Geräte von einem Volumen von 55 Millionen Mark gesprochen – allerdings hatte Mobilcom nur 14.000 Boxen abgenommen. Dies sei auch die vereinbarte Mindestabnahme gewesen; Mobilcom-Sprecher erklärten im August vergangenen Jahres, ein Kauf weiterer Settop-Boxen sei zwar nicht ausgeschlossen, aber zum damaligen Zeitpunkt auch nicht geplant.

Die angeschlagene Infomatec musste in den letzten Monaten merhmals ihre Umsatz- und Gewinnprognosen nach unten korrigieren. Zwei Infomatec-Chefs sind wegen der Betrugsvorwürfe seit Monaten in Haft. (jk)