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Ingenieursverband VDI: Deutschland hat nicht genug IT-Fachkräfte

Laut einer Umfrage des VDI fürchten deutsche IT-Experten einen Fachkräftemangel. Der Ingeniersverband rechnet derzeit mit 3,5 offenen Stellen pro Bewerber – unter der Annahme, dass lediglich jede vierte bis fünfte freie Stelle überhaupt gemeldet wird.

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(Bild: dpa, Caroline Seidel)

Der Mangel an IT-Fachkräften in Deutschland hat sich dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI) zufolge zugespitzt. Das gehe aus einer Umfrage unter 630 IT-Fachleuten hervor. "Im vergangenen Jahr beklagte nur etwa jeder fünfte Befragte, dass IT-Fachkräfte für große Unternehmen schlecht oder sehr schlecht verfügbar sind – nun sieht es schon fast jeder Dritte so", sagte der zuständige VDI-Manager Dieter Westerkamp am Montag auf der CeBIT in Hannover. Bei einer neuen Studie zum Thema Digitalisierung habe sich herausgestellt, dass das Problem anders als früher neben kleinen und mittleren nun auch große Unternehmen betreffe.

Nach VDI-eigenen Berechnungen habe es 2016 insgesamt 28.800 offene Stellen für Informatiker gegeben - 23 Prozent mehr als im Schnitt des Vorjahres. Westerkamp: "Das heißt: auf einen arbeitslos gemeldeten Informatiker kommen 3,5 offene Stellen." Viele befragte Experten rechneten laut VDI damit, dass sich das Überangebot von Stellen noch zuspitze. Damit drohe sich der Trend zu verstetigen, dass IT-Dienstleistungen in Standorte im Ausland verlagert oder aus dem Unternehmen herausgelöst werden, heißt es weiter.

Auf Nachfrage von heise online hieß es, Grundlage für die VDI-Berechnung der offenen Stellen sei die offiziell an die Bundesagentur für Arbeit übermittelte Anzahl – aufgerechnet unter der Annahme, dass lediglich jede vierte bis fünfte neu zu besetzende Stelle überhaupt gemeldet wird. Laut Agentur für Arbeit gab es im Jahr 2015 11.400 gemeldete vakante Stellen – bei 27.600 Arbeitslosen im IT-Bereich. Aktuelle Zahlen für das Jahr 2016 lagen bis Redaktionsschluss nicht vor.

Rund 90 Prozent der Befragten glauben, dass sich ihr Arbeitsplatz durch die Digitalisierung in den kommenden Jahren verändern werde, etwa gleich viele gehen davon aus, dass die Nachfrage nach IT-Fachkräften in den kommenden drei Jahren steigt. 75 Prozent sehen in der Digitalisierung eher Chancen als Risiken. Dass Arbeitsplätze durch die Digitalisierung obsolet werden, denken rund 25 Prozent.

Die größte Herausforderung beim digitalen Wandel bestehe laut VDI für viele Betriebe nicht so sehr in der technologischen Beherrschbarkeit der Prozesse, sondern der Entwicklung und Umsetzung geeigneter neuer Geschäftsmodelle. International habe Deutschland dabei einen deutlichen Nachholbedarf, so der VDI. "Wir müssen viel mehr in digitalen Geschäftsmodellen denken", sagt Westerkamp. (mit Material der dpa) / (msi)

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