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IFA

Initiative will Smart-TVs in Deutschland populärer machen

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Größere Schirme, mehr Auflösung, bessere Vermarktung – im Vorfeld der IFA erläuterte der Branchenverband gfu seine Strategien, den Absatz von Unterhaltungselektronik in Deutschland weiter anzukurbeln.

Zur IFA kommen bringen alle großen TV-Hersteller UHD-Geräte in die Läden. Hisense dürfte mit Preisen ab 2000 Euro für Aufsehen sorgen.

Dass inzwischen 60% der deutschen Haushalte aktuell mindestens zwei TVs besitzen, dürfte Herstellern und Handel Mut machen. Wie eine aktuelle Studie an den Tag brachte, bildet Deutschland mit durchschnittlich 1,9 TV-Geräten pro Haushalt aber nicht die Speerspitze der TV-Besitzer in Europa: Das Mittel liegt hier bei 2,2 Geräten, in Italien und Spanien sind es sogar durchschnittlich 2,6 Geräte pro Haushalt.

Da sei also noch einiges Potenzial, versicherte der Vorsitzende der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik, Hans-Joachim Kamp. Die gfu, die in diesem Jahr ihr 40-jähriges Bestehen feiert, untersuchte das Nutzerverhalten von Deutschen und Europäern in der Studie „Wie smart ist der Konsument?“. Heraus kamen auch grundlegende Sachen – etwa dass in 44 Prozent der deutschen Haushalte ein TV-Gerät mit 80 cm bis 1,05 m Diagonale (32 bis 41 Zoll) steht, in 33 Prozent ist es sogar eines mit mindestens 1,06 m Diagonale (42 Zoll und größer). Noch bemerkenswerter: Fast 70 % der befragten Deutschen wollen als nächstes ein TV mit mindestens 1,06 m Diagonale (42“) kaufen, 20% sogar einen mindestens 1,40 m großen Schirm (55 Zoll).

Der gfu-Chef Hans-Joachim Kamp klärte Moderatorin Judith Rakers über die TV-Zukunft auf.

Entsprechend ist die am häufigsten genannte Motivation für die Neuanschaffung eines TV-Geräts in Deutschland der Wunsch nach mehr Schirmfläche. Das dürfte insbesondere den Herstellern von ultrahochauflösenden Fernsehern Hoffnung machen: Die wollen ihre UHD-TVs zur IFA mit Diagonalen ab 50 Zoll anbieten.

Wo es beim Thema UHD respektive 4K noch hakt, machte Marcel Gonska von WLC deutlich. So gäbe es beispielsweise noch kein spezielles Logo für UHD-TVs, weil noch zu viele Fragen bezüglich der Standardisierung offen sind. Das sei aber nicht ungewöhnlich, versicherte Gonska. Auch bei der Einführung von Full HD habe es etwa zehn Jahre gedauert, bis sich die Technik in der Breite durchgesetzt habe. Deshalb rechnet er damit, das Full HD und UHD noch länger nebeneinander bestehen werden.

Der animierte Mr. Smart ähnelt rein äußerlich BVT-Vorstandsmitglied Frank Schipper.

Weil die ultrahohe Auflösung als alleiniger Kaufanreiz zumindest aktuell nicht reicht, soll das „Smarte“ der neuen Fernsehgeräte stärker in den Mittelpunkt gerückt werden. Doch während in anderen europäischen Ländern der Wunsch nach einem Smart-TV deutlich häufiger als Kaufanreiz genannt wird, steht die Intelligenz der TVs in Deutschland weit unten auf der Motivationsliste. Um das zu ändern haben die großen TV-Hersteller und große Handelsketten wie Euronics, expert oder EP die Initiative „Smarter Fernsehen“ gegründet.

Wie Hans Wienands, Vorsitzender Fachverband Consumer Electronics im ZVEI, und Frank Schipper, Vorstandsmitglied im Bundesverband Technik des Einzelhandels (BVT), auf dem gfu-Meeting anlässlich der IFA erläuterten, will man damit potenziellen Käufern auf die Sprünge helfen, die bislang noch nichts oder zu wenig über die intelligenten Fernseher wissen.

Das Logo der Smarter-Fernsehen-Initiative weckt Assoziationen zum Verbandskoffer.

Das extra geschaffene Logo wirkt allerdings ebenso wie die extra geschaffene Webseite der Initiative ein wenig antiquiert. Und auch die Initiative als solche scheint arg verspätet anzulaufen wenn man bedenkt, wie lange es bereits Smart-TVs gibt. Möglicherweise sei diese späte Zündung aber gar nicht so schlecht, gab Toshibas Vertriebsleiter Sascha Lange im Gespräch mit heise online zu bedenken. Weil sich viele Nutzer über Smartphones an den Umgang mit vernetzter Technik gewöhnt hätten, würde sich ihnen wahrscheinlich auch der Vorteil der intelligenten Fernseher leichter erschließen. Auch Wienands und Schipper möchten an den Erfolg der Smartphones anknüpfen. Diese seinen anfangs auf große Skepsis gestoßen und inzwischen zum aktuellen Topseller und Kaufwunsch Nummer eins der Deutschen aufgestiegen – übrigens direkt gefolgt von großen Flachbildfernsehern. (uk)