Vektorgrafikprogramm Inkscape 1.0: Anpassbarer, moderner und auch nativ für macOS

Das Vektorgrafikprogramm Inkscape bringt Version 1.0 raus. Es gibt neue Funktionen und eine native Version für macOS, es hakt aber bei Erweiterungen.

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Durchleuchtet jeden Vektor: Der "Röntgenmodus" von Inkscape 1.0.

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Inkscape 1.0 kommt mit besserer Unterstützung für hochauflösende Monitore, neuen Pfadeffekten und als native App für macOS. Durch den Wechsel auf Python 3 und Änderungen des Erweiterungs-API kann es allerdings zu Problemen mit einzelnen Erweiterungen kommen.

Die aktuelle Version des quelloffenen Vektorgrafikprogramms ist ab sofort für Linux, Windows und macOS verfügbar – neuerdings in 20 Sprachen. Wobei Mac-Anwender zunächst eine Vorschau-Version der nativen App für macOS bekommen, der weitere Verbesserungen folgen sollen.

Dank eines Hackfests in Boston basiert Inkscape laut eines Blogbeitrags, in dem alle Neuerungen vorgestellt werden, nun endlich auf GTK3 und ist dadurch auch mit hochauflösenden Monitoren (HiDPI/Retina) nutzbar. Ebenfalls auf die Kappe von GTK3 gehen die neuen Möglichkeiten zur Auswahl von Icon- und Oberflächendesigns.

Der Werkzeugkasten des Programms ist neu geordnet, neue Echtzeit-Pfadeffekte (LPEs) sind hinzugekommen, etwa für Versatz und Ausschneiden, favorisierte LPEs lassen sich markieren und so schneller finden. Insgesamt ist die Geschwindigkeit verbessert worden. Bei Freihandzeichnungen können Flächen gedreht und gespiegelt werden, mit "Röntgen" und "Geteilte Ansicht" gibt es neue Ansichtmodi. Ein PowerPencil für Grafiktablets bietet die Möglichkeit, Linien mit druckabhängiger Breite zu ziehen. Technische Zeichner bekommen duplizierte Hilfslinien, eine Umkehrung der y-Achse sowie abgerundete Ecken und Ellipsen zur Hand. Die Benutzeroberfläche lässt sich eigenen Vorstellungen anpassen. Nutzer von Touchscreens dürften sich über die Unterstützung von Pinch-to-Zoom freuen.

PDFs lassen sich nun mit anklickbaren Links und Metadaten exportieren. Im Webbrowser können neue Paletten und Verlaufsgitter dargestellt werden. Auch mit Text kann die aktualisierte Version besser umgehen. So wurden zahlreiche Aspekte des Textauswahlwerkzeugs verbessert und der SVG-Export beherrscht nun umfließenden Text, den auch Webbrowser korrekt darstellen.

Inkscape warnt Nutzer, dass möglicherweise manche Drittanbieter ihre Erweiterungen noch nicht aktualisiert haben und diese dann entsprechend nicht mehr funktionieren könnten. Man habe sich bemüht, "Entwickler einzeln über den Wechsel auf Python 3 und eine logischere und vollständig getestete Erweiterungs-API zu informieren". Hinweise für Entwickler, wie sie ihre Erweiterungen anpassen müssen, liefert das Projektwiki.

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(emw)