InnoGrit: Neue SSD-Controller mit PCIe 4.0

Das erst 2016 von ehemaligen Marvell-Experten gegründete Startup-Unternehmen InnoGrit hat vier Controller für Client- und Enterprise-SSDs entwickelt.

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M.2-SSDs mit NVMe-Controllern von InnoGrit

(Bild: InnoGrit)

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Den SSD-Markt dominieren Flash-Hersteller wie Samsung, Toshiba, WD/SanDisk und Micron, die auch eigene SSD-Controller entwickeln. Das erst 2016 gegründete Startup-Unternehmen InnoGrit schickt trotzdem vier NVMe-SSD-Controller ins Rennen: Tacoma für Enterprise-SSDs sowie Rainier, Shasta und Shasta+ für Client-PCs, Notebooks, Tablets und Embedded Systems. Rainier und Tacoma beherrschen PCI Express (PCIe) 4.0.

Die Konkurrenz ist groß: Außer InnoGrit arbeiten auch Firmen wie Marvell, Phison, Silicon Motion, Realtek, Microsemi (Flashtec) oder FADU (Annapurna mit RISC-V) an SSD-Controllern.

InnoGrit startet mit großem Know-how, denn CEO und Mitgründer Zining Wu war zuvor CTO bei Marvell. Auch vier weitere Führungsposten sind mit ehemaligen Marvell-Managern besetzt, dazu kommt Dishi Lai, der zwischenzeitlich bei Toshiba America SSD-Controller entwickelte. Die Ankündigung der InnoGrit-Controller erfolgt wenige Tage vor dem Flash Memory Summit 2019 (FMS) in Santa Clara.

Welche Rechenkerne in den hauseigenen Controllern stecken, verrät InnoGrit nicht; die Firma hebt aber einen proprietären ECC-Algorithmus zur effizienten Fehlerkorrektur hervor. Alle Controller verschlüsseln die SSD-Daten mit AES-128 oder AES-256.

NVMe-SSD-Controller InnoGrit IG5216 alias "Shasta+"

(Bild: InnoGrit)

Shasta (IG5208, PCIe 3.0 x2) und Shasta+ (IG5216, PCIe 3.0 x4) steuern je vier NAND-Flash-Speicherkanäle mit insgesamt bis zu 2 TByte Kapazität an. Sie sind für möglichst billige und sparsame SSDs ohne DRAM-Cache gedacht. Shasta soll beim Lesen bis zu 1,75 GByte/s und 250.000 IOPS schaffen und mit 0,9 Watt auskommen. Bei Shasta+ sind es 3,2 GByte/s, 500.000 IOPS und 1,35 Watt.

InnoGrit setzt Shasta auch in einem Referenzdesign für eine Ein-Chip-SSD ein, bei der Controller und Flash-Chips in einem gemeinsamen Ball-Grid-Array-(BGA-)Gehäuse zum Auflöten stecken.

Rainier (IG5636) und Tacoma (IG5668) lässt InnoGrit mit 12- beziehungsweise 16-nm-FinFETs fertigen; beide binden je vier PCIe-4.0-Lanes an und sollen darüber beim Lesen bis zu 7 GByte/s schaufeln und beim Schreiben über 6 GByte/s. Rainier eignet sich für bis zu acht NAND-Flash-Kanäle und 16 TByte, Tacoma für 16 Kanäle mit bis zu 32 TByte.

Tacoma schafft auch mehr IOPS: Beim Lesen bis zu 1,5 Millionen, beim Schreiben 1 Millionen (Rainier: 1 Million/800.000). In Kombination mit besonders schnellen NAND-Flahes von Toshiba verspricht InnoGrit für Tacoma eine Zugriffslatenz von unter 10 Mikrosekunden.

Die Systems-on-Chip sollen höchstens je 5 Watt verheizen und bieten die PCIe-Virtualisierungsfunktion Singe Root I/O Virtualization (SR-IOV). (ciw)