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Insolventer Automatisierungsspezialist Rohwedder steht vor Liquidation

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Hieß es vor zwei Wochen noch, der insolvente Automatisierungsspezialist Rohwedder solle weitergeführt werden, stehen die Zeichen jetzt auf Abwicklung: Am Montag gab das Unternehmen bekannt, dass der Geschäftsbetrieb mit den vorhandenen finanziellen Mitteln nicht dauerhaft aufrecht erhalten werden könne. Nachdem im Geschäftsjahr 2008 bereits ein Verlust von 22,8 Millionen Euro angefallen war, rechne der vorläufige Insolvenzverwalter für 2009 mit einem ähnlich hohen Verlust.

Laut einer Ad-hoc-Meldung bemühen sich Vorstand und vorläufiger Insolvenzverwalter deshalb jetzt um Investoren für alle Geschäftsbereiche der Rohwedder AG. Diese würden voraussichtlich im Rahmen einer übertragenden Sanierung veräußert, was bedeute, dass die Rohwedder AG nach eröffnetem Insolvenzverfahren selbst nicht fortgeführt, sondern liquidiert werde, und dass die Aktionäre auf ihr Kapital mit keinen Zahlungen rechnen könnten.

Ende 2009 zählte der Rohwedder-Konzern noch 720 Mitarbeiter, davon 422 in Deutschland. Das in Europa, Amerika und Asien aktive Unternehmen baut Anlagen für die Branchen Automobil, Telekommunikation, Elektro- sowie Medizintechnik. Das Unternehmen hatte am Ende März Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beim Amtsgericht Konstanz gestellt. Es sei nicht gelungen, die notwendige Finanzierung bis zu einer erwarteten neuen Belebung des Geschäfts sicherzustellen, hieß es damals. (pmz)