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Instagram-Gründer verlassen Facebook

Die beiden Gründer der Facebook-Tochter Instagram haben gekündigt. US-Medien erkennen darin einen Indikator für eine Facebook-Krise.

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Facebook und Instagram

Instagram gehört seit 2012 zu Facebook.

(Bild: dpa, Rolf Vennenbernd)

Kevin Systrom und Mike Krieger verlassen ihre Posten als CEO respektive CTO Instagrams. Das haben die Beiden am Montag mitgeteilt. "Wir sind von 13 (Mitarbeitern) auf über tausend mit Büros rund um die Welt gewachsen, während wir (Dienste) geschaffen haben, die von einer Gemeinschaft von über einer Milliarde (Menschen) genutzt und geliebt werden", schreiben sie. "Jetzt sind wir bereit für das nächste Kapitel."

Wie das nächste Kapitel aussieht, steht noch nicht fest. Zunächst wollen sich die beiden Männer eine Auszeit nehmen. Im Oktober 2010 hatten sie Instagram online gebracht und bereits 2012, mit damals 30 Millionen Nutzern, für offiziell eine Milliarde US-Dollar an Facebook verkauft. Systrom (34) und Krieger (32) blieben als Manager an Bord – bis jetzt.

Die Instagram-Übernahme gilt als der profitabelste Zukauf Facebooks. Die Zahl der User ist von einst 30 Millionen auf inzwischen mehr als eine Milliarde gestiegen. Heute soll Instagram um die hundert Milliarden US-Dollar wert sein. Der Kaufpreis, der zum Teil in Geld und zum Teil in Aktien bezahlt wurde, soll aufgrund sinkender Kurse schließlich nur etwa 715 Millionen US-Dollar betragen haben. Für Whatsapp musste Facebook deutlich tiefer in die Tasche greifen. Dessen Gründer haben bereits vor Monaten gekündigt.

US-Medien berichten über "angespannte" Beziehungen zwischen Systrom und Krieger einerseits und der Konzernführung rund um Mark Zuckerberg. Letzterer wollte laut Wall Street Journal die Autonomie Instagrams einschränken und drängte auf schnelleren Nutzerzuwachs. Zudem soll er den Manager Adam Mosseri von Facebook zu Instagram versetzt haben, um Systrom und Krieger zum Abschied zu bewegen.

Die New York Times stellt die Zukunft Instagrams in Frage, zumal Facebook bereits in der nachhaltigsten Krise der Konzerngeschichte stecke und sich das Wachstum der Werbeeinnahmen verlangsamt. Nach außen wird jedenfalls gute Miene gemacht: Systrom und Krieger geben sich "begeistert" über die Zukunft Instagrams und Facebooks, während Zuckerberg dem Duo alles Gute wünscht und sich auf das freut, was es als nächstes kreieren werde. (ds)

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