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Instagram testet Übergabe von Standortdaten an Facebook

Instagram soll Standortdaten seiner Benutzer bald mit Facebook teilen. Das könnte die EU-Kommission erneut auf den Plan rufen.

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Instagram- und Facebook-App

Instagram gehört Facebook. Standortdaten aus Instagram sollen nun auch Facebook zugute kommen.

(Bild: CC0 1.0 Universell )

Das Nachrichtenportal TechCrunch meldet, dass Instagram nun offenbar das Teilen des Standortverlaufes mit dem Eigentümer Facebook vorbereitet. Daten, die mit der Instagram-App des werbefinanzierten sozialen Netzwerks zum Teilen von Fotos und Videos gesammelt werden, könnten somit Facebook helfen, ortsbezogen Werbeanzeigen zu schalten.

Die Standortdaten würden demnach auch in Facebooks Aktivitäten-Log erscheinen und beispielsweise Karten mit Orten erzeugen, an denen man sich aufgehalten habe, ähnlich, wie das bereits der Standortverlauf von Google tut, schreibt TechCrunch.

Die in der Testversion vorgesehenen Privatsphäre-Einstellungen erlauben Instagram das Teilen seiner Standortdaten mit Facebook und WhatsApp.

(Bild: Techcrunch)

Zurzeit haben Beobachter die Weitergabe von Standortdaten an Facebook in den Testversionen der Instagram-App als standardmäßig ausgeschaltet gefunden. Dennoch ist Instagram-Nutzern anzuraten, bei jedem Update der App zu prüfen, ob das Teilen der Standortdaten mit Facebook damit en passant nicht klammheimlich aktiviert wurde.

Ein Facebook-Sprecher hat TechCrunch gegenüber geäußert, dass es keine Updates gegeben habe, welche die Standortdaten-Einstellungen beträfen. Er sagte allerdings auch, dass Instagram momentan keinen Standortverlauf speichere, aber seine Nutzer über künftige Änderungen der Einstellungen, die Standortdaten betreffend, informieren werde. Ein Screenshot von TechCrunch zeigt allerdings, dass die entsprechende Option in Testversionen der Instagram-App offenbar bereits auftaucht.

Facebook hat sich bereits mehrfach Ärger mit der Vermischung von Daten aus zugekauften Portalen eingefangen. Schon bei der Übernahme von WhatsApp glich Facebook Telefonnummern in den Profilen ab und musste nach einer Entscheidung der EU-Kommission 2017 dafür 110 Milionen Euro Strafe zahlen.

Die Strafe sollte Facebook eigentlich abschrecken, eine Vermischung von Nutzerdaten der verschiedenen Apps noch einmal an der EU vorbei zu versuchen. Doch schon Ende 2017 sah sich die französische Datenschutzbehörde CNIL erneut genötigt, unautorisierte Datenweitergaben von Whatsapp an Facebook zu rügen und Sanktionen anzudrohen. Auch in Deutschland gab es schon 2016 entsprechende Bemühungen der Datenschützer. (mil)