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Instagram will selbstzerstörerische Inhalte stärker kontrollieren

Mit maschineller Erkennung will Instagram-Chef Mosseri Grafiken, die Suizid oder Selbstzerstörung promoten, in Zukunft schnell herausfiltern und entfernen.

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(Bild: dpa, Tobias Hase)

Instagram möchte in Zukunft stärker gegen Darstellungen von Selbstverletzung oder Suizid auf der Plattform vorgehen. Künftig wolle das Unternehmen mehr auf die maschinelle Erkennung solcher Darstellungen setzen, erklärte Instagram-Chef Adam Mosseri in einem Interview der BBC. Bisher verließ Instagram sich überwiegend auf Missbrauchsmeldungen durch Nutzer.

Mosseri möchte nun die richtige Balance zwischen schnellem und verantwortungsbewusstem Handeln finden, sagte er der BBC. Die Plattform sei noch "nicht dort, wo wir beim Thema Selbstverletzung und Selbstmord sein sollten."

Auslöser für Instagrams Entscheidung ist unter anderem der Suizid der 14-jährigen Britin Molly Russell. Nach deren Tod 2017 fanden die Eltern auf ihrem Instagram-Account Bilder und Material von Personen, die depressiv waren, sich selbst verletzten oder an Suizid dachten. Daraufhin erklärte der Vater des Mädchens, Instagram habe dabei geholfen, seine Tochter zu töten.

Nach Aussage von Mosseri befindet Instagram sich in einer Zwickmühle, denn das soziale Netzwerk lebt von den Geschichten seiner Mitglieder. Bisher hatte Instagram daher Grafiken dieser Art in einem gewissen Umfang erlaubt, was sich nun ändern soll. Dennoch möchte Mosseri nicht alles verbieten. "Ich habe vielleicht ein Bild einer Narbe oder sage 'Ich bin seit 30 Tagen clean', das ist ein wichtiger Weg meine Geschichte zu erzählen", erklärt der Manager der BBC.

Matthew Hancock, britischer Staatssekretär für Gesundheits- und Sozialwesen, hält es für sinnvoll, das Ärzte und Experten entscheiden, welche Bilder weiterhin erlaubt sind und welche nicht. Um Nutzer zu schützen, ist er bereit, entsprechende Gesetze auf den Weg zu bringen. Mollys Vater begrüßt Instagrams Vorsatz und hofft, dass die Plattform ihre Aussage schnell in die Tat umsetzt. (cbr)

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