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Instagram wirbt auf Facebook mit Vergewaltigungsdrohung

Eine Journalistin erhielt per E-Mail eine Vergewaltigungsdrohung, die sie bei Instagram als Screenshot veröffentlichte. Nun machte die Plattform daraus eine Werbeanzeige auf Facebook.

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Algorithmen kennen keine Gefühle und können deshalb ziemlich unsensibel sein, wie die Facebook-Tochter Instagram bewies: Sie nutzte für Werbung ein Foto, das die Drohung enthielt, "Ich werde dich vergewaltigen, bevor ich dich töte." Es handelte sich dabei um einen Screenshot einer Hass-Mail, die die Journalistin Olivia Solon vor fast einem Jahr erhalten hatte. "Traurigerweise ist das nur allzu gewöhnlich für Frauen im Internet", schrieb sie damals.

Instagram nutzte eine Hass-Mail für Werbung auf Facebook. Die Betroffene scheint es mit Humor zu nehmen.

(Bild: Twitter / Olivia Solon )

Das Bild erhielt drei Likes und etwas mehr als ein Dutzend Kommentare, schreibt The Guardian. Weil das Bild offenbar am meisten "Engagement" erhielt, wählte der Algorithmus es nun aus, um damit zu werben. Auf Facebook bekam etwa Solons Schwester den Screenshot zu sehen, ergänzt um den Hinweis "Schau dir Olivia Solons Foto sowie Einträge von Freunden auf Instagram an." Technisch ist es eigentlich möglich, Wörter und Sätze auf Fotos zu erkennen und gegebenenfalls als unpassend für Werbung einzustufen. Ob Instagram eine solche Texterkennung einsetzt, ist unklar. Wenn ja, hat sie in diesem Fall komplett versagt.

Ein Instagram-Sprecher entschuldigte sich für den Fauxpas: "Das ist eine Erfahrung, die wir niemandem wünschen". Das Fotos sei aber nicht für eine "bezahlte Werbung" verwendet worden, stellte er gegenüber The Guardian klar. Diese Art der Beiträge sollen Facebook-Nutzer ermutigen, Instagram auszuprobieren. Die Nutzer bekommen Fotos von Freunden zu sehen, die bereits auf Instagram aktiv sind. Normalerweise handelt es sich dabei aber eher um sonnige Urlaubsfotos.

Immer wieder stehen Facebooks Algorithmen in der Kritik: Erst vor kurzem geriet die Werbefunktion des Netzwerks in die Schlagzeilen, weil Werbetreibende "Judenhasser" als Zielgruppe auswählen konnten. Facebook-Managerin Sheryl Sandberg erklärte, sie sei "angewidert und enttäuscht" angesichts der Situation. Inzwischen hat Facebook die gezielte Werbung für einzelne Berufsgruppen vorsichtig wieder freigeschaltet. (dbe)