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Instant Payment: Einführung schneller Überweisung zieht sich in Deutschland hin

Die Instant Payment genannten Überweisungen sind sekundenschnell, doch ihre Einführung lässt bei zahlreichen Banken in Deutschland noch auf sich warten.

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Überweisung

(Bild: dpa, Angelika Warmuth/Symbolbild)

Bankkunden in Deutschland müssen auf die geplante Einführung von sekundenschnellen Geldüberweisungen noch eine Weile warten. Bei den Sparkassen soll die Echtzeitüberweisung in diesem Sommer flächendeckend angeboten werden. Die meisten privaten Banken werden voraussichtlich erst im kommenden Jahr mitmachen. Das ergab eine Nachfrage beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) sowie beim Bundesverband deutscher Banken (BdB).

Die neue Echtzeitüberweisung (Instant Payment) ist auch eine Antwort der Kreditwirtschaft auf Angebote von Online-Bezahldiensten wie Paypal. Seit November gilt europaweit ein einheitlicher Rechtsrahmen. Der Überweisungsbetrag wird dem Konto des Empfängers innerhalb von zehn Sekunden gutgeschrieben. Maximal 15.000 Euro können damit zu jeder Zeit an allen Tagen des Jahres in den 34 zur Single Euro Payments Area (SEPA) gehörigen Ländern überwiesen werden. Prinzipiell zumindest: Damit das klappt, müssen die Kreditinstitute von Zahler und Empfänger dem System angehören. Bislang gibt es aber nur einige wenige Anbieter.

"Die Sparkassen werden geschlossen ab Mitte 2018 teilnehmen", sagte DSGV-Sprecher Alexander von Schmettow in Berlin. Damit würden dann 50 Millionen Girokonten auf einmal dem System angeschlossen. Technisch sei "alles im grünen Bereich". Beim Bankenverband hieß es dagegen, als Voraussetzung fehle noch ein einheitliches Abwicklungssystem des Eurosystems, genannt TIPS. Das werde im November dieses Jahres zur Verfügung stehen. "Die privaten Banken arbeiten daran, dass möglichst im Laufe des nächsten Jahres alle Kunden das Verfahren nutzen können", teilte der Verband mit.

Die Genossenschaftsbanken ließen bereits vergangenes Jahr verlauten, dass die technische Bereitstellung im vierten Quartal 2018 erfolgen soll. Ende 2018 soll es dann auch erste Produktangebote geben. Die Teilnahme an dem System für Instant Payments ist für die Banken generell freiwillig, entsprechend uneinheitlich läuft die Einführung ab. (mit Material der dpa) / (axk)

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