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Intel: Bis zum Jahresende Pentium 4 statt Pentium III

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Anlässlich der Vorstellung der Geschäftszahlen am gestrigen Dienstag machte Intel klar, dass der neue Pentium-4-Prozessor den bisherigen Marktführer Pentium III bis zum Jahresende ablösen soll. Die beschleunigte Einführung des Chipsatzes i845 "Brookdale", der statt mit teurem Rambus-Speichers mit dem preiswerten PC133-SDRAM arbeitet, soll Pentium-4-Systeme erschwinglicher machen. Solche PCs will Intel schon zur bevorstehenden "Back-to-School"-Einkaufswelle anbieten: In den USA kaufen viele Eltern ihren Kindern zum Schulbeginn einen Rechner.

Auch die Einführung schneller Prozessoren für Highend-Rechner will Intel forcieren, noch in diesem Jahr soll ein Pentium-4-Prozessor mit über 2 GHz Taktfrequenz auf den Markt kommen. Mit der Präsentation immer schnellerer Chips senkt Intel natürlich auch die Preise der langsameren Ausführungen.

Der i845-Chipsatz wird zwar im Vergleich zu aktuellen, mit Rambus-Speicher bestückten Pentium-4-Rechnern deutlich preiswertere Komplettsysteme ermöglichen, arbeitet aber auch langsamer. Erste inoffizielle Benchmarks an Prototypen und Veröffentlichungen im Internet lassen darauf schließen, dass Pentium-4-Computer mit dem i845-Chipsatz je nach Anwendungsprogramm zwischen 6 und, bei manchen 3D-Actionspielen, über 20 Prozent langsamer arbeiten als mit dem i850-Chipsatz und RDRAM. Erst der für Anfang 2002 erwartete Brookdale-2-Chipsatz soll dank der Unterstützung für PC1600-DDR-SDRAM näher an die Leistung des i850 heranrücken.

Mit dem Übergang auf die 0,13-µm-Fertigungstechnik auf 300-mm-Wafern kann Intel den Pentium 4 nicht nur preiswerter herstellen, sondern auch höhere Taktfrequenzen erreichen. Außerdem sinkt der Stromverbrauch des Prozessors, für dessen aktuell schnellste 1,8-GHz-Version Intel eine Maximalleistung von 66,7 Watt "Thermal Design Power" angibt.

Den Pentium III will Intel sicherlich in den 0,13-µm-"Tualatin"-Versionen noch weiter für Anwendungen in Servern oder Notebooks fertigen. Auch zum Celeron für Lowcost-Computer hat Intel zurzeit keine Alternative. Doch in "gewöhnlichen" Desktop-Rechnern soll der Pentium III offenbar bald aussterben.

Den bestehenden JEDEC-Normen für die Double-Data-Rate-Speichermodultypen PC1600 (mit DDR200-SDRAM-Chips) und PC2100 (mit DDR266B- oder DDR266A-Chips) traut Intel bisher offenbar nicht. Auf dem Intel-Server findet sich eine eigene Ergänzung (Intel DDR 200 JEDEC Specification Addendum Rev 0.9) der DDR200-Spezifikation, die eine langsamere Chipspezifikation "DDR200-10" festlegt. (ciw)