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Intel-Bug: Reaktionen von Acer, Asus, Dell, Foxconn, Gigabyte und MSI [Update]

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Intel führt bisher nur ein einziges Chipsatzstepping (B2) in den Datenblättern und genau die SATA-II-Ports dieser Chips sind wohl betroffen.

Die Hersteller von PCs und Notebooks reagieren auf die am Montag bekannt gewordenen Probleme mit den Intel-Chipsätzen P67, H67, Q67, PM67, HM65 oder QM67 teils zögerlich. Viele deutsche Niederlassungen warten noch auf Reaktionen ihrer asiatischen Zentralen, die wegen des chinesischen Neujahrsfestes schwer erreichbar sind.

So scheint insbesondere bei Acer Verwirrung zu herrschen: Obwohl unsere Anfrage zu einer Stellungnahme noch in Bearbeitung ist, erreichte uns heute eine Pressemitteilung mit der Nachricht, dass der Gaming-PC Aspire G5910 Predator "ab sofort ... im Handel erhältlich" ist. Uns berichtete ein Leser, dass er den im aktuellen Mediamarkt beworbenen Rechner mit betroffenem P67-Chipsatz schon am Montag in einer Mediamarkt-Filiale gesehen hat. Von der Mediamarkt-Webseite ist er mittlerweile wieder verschwunden.

Dell hat bislang nur bekannt gegeben, dass die Produktserien XPS 8300, XPS 17, Vostro 460, Alienware M17x R.3 und Alienware Aurora betroffen sind und man Kunden kontaktieren wird, die bereits ein solches Gerät erworben haben. Weitere Details sollen folgen. Während wir auf diese warten, kann man im Dell-Shop noch problemlos den Rechner Studio XPS 8300 ordern. Das Online-System erlaubt die Konfigurationen mit mehreren Platten – die folglich auch die betroffenen SATA-Ports nutzen. Ein Leser berichtete uns, dass er bereits ein solches System erhalten habe, das aber bislang fehlerfrei läuft.

Eindeutig äußert sich indes Foxconn und verspricht: "Kunden, die ein womöglich fehlerhaftes Produkt gekauft haben, können dieses anstandslos austauschen. Details zu diesem Vorgang können wir leider erst nennen, wenn die neue Version verfügbar ist, da aktuell das genaue Vorgehen hierbei noch erarbeitet wird." Zudem hat Foxconn den Händlern geraten, die "womöglich fehlerhaften Produkte" nicht weiter zu verkaufen.

Intel H67: Der PCH ist meistens unter einem Kühlkörper versteckt.

Asus verspricht in einem offenen Brief an Kunden und Partner den Austausch oder die Rücknahme und veröffentlicht eine Liste der betroffenen Produkte. Auch Gigabyte hat sich mittlerweile zu einem Umtausch bekannt und rät "allen Käufern eines Gigabyte-Mainboards der 6er-Serie Kontakt mit dem Händler aufzunehmen, bei dem das Mainboard erworben wurde." Ende April will Gigabyte dann "einen Mainboard-Austausch anbieten, bei dem die Kunden ein gleichwertiges Mainboard als Ersatz erhalten." Gemeint ist ein Board aus der 6er-Serie mit neuer Chipsatzrevision. Der Austausch soll über die Einzelhändler laufen – ein Kaufvertrag mit dem Endkunden besteht ja letztlich zwischen Käufer und Verkäufer und nicht unmittelbar zwischen Käufer und Mainboard-Hersteller.

MSI formuliert deutlich vorsichtiger als Gigabyte und hat zwar "in der Zwischenzeit ... alle Verkäufe der P67- und H67 Mainboards an den Handel gestoppt", verspricht aber keinen vorsorglichen Austausch, sondern verweist auf laufende Gespräche mit Intel und daher erst einmal nur auf die übliche Garantie: "Unabhängig von dem aktuellen Fall können P67-/H67-Mainboards bei einem fehlerhaften Betrieb über die Garantie eingeschickt und getauscht werden." Kunden, die konkrete Probleme haben, dürfen sich auch direkt an das Service-Team wenden. Betroffen ist außer den Mainboards auch das Gaming-Notebook GT680.

Der deutsche Versandhändler Agando will "zunächst abwarten, was das von Gigabyte angekündigte Tool zur Ermittlung des Steppings bringt und dann entscheiden, wann und wie wir die Kunden informieren." Laut unseren Erkenntnissen, die sich mit den Angaben von Intel decken, sind derzeit auf Seriengeräten nur Chipsätze mit dem betroffenen B2-Stepping im Einsatz. Frühere Steppings gab es nur als "Engineering Samples", das fehlerbereinigte B3-Stepping muss erst noch gefertigt werden. Bereits gestern hatten Samsung, MIFcom und ASRock erklärt, wie sie mit dem Problem umgehen wollen.

[Update:] Nach dem Versandhändler Alternate hat nun etwa auch Mindfactory sämtliche LGA1155-Mainboards aus dem Angebot genommen und stoppt den Versand. Beide Firmen bieten ihren Kunden die Rücknahme oder den Austausch der Boards an.

Bei Medion ist der zwischenzeitlich angebotene Akoya P7318 D nun nicht mehr verfügbar.

Für eine genauere Analyse des Problems suchen wir nach Mainboards, Komplettrechnern oder Notebooks mit Chipsätzen der Serie 6, bei denen das von Intel beschriebene Problem tatsächlich auftritt. Sofern Sie ein System besitzen, bei dem Ausfälle oder niedrige Transferraten bei einem der Laufwerke auftreten, das an einem der SATA-II-Ports hängt, so lassen Sie uns das bitte wissen – das nachstehende Kürzel funktioniert auch als E-Mail-Adresse. (bbe)

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