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Intel Core i-8000G: Kombiprozessoren mit leistungsfähiger Vega-Grafik für Notebooks

Die leistungsfähigen Quad-Core-CPUs mit AMD-GPU und HBM2-Speicher ersetzen in flachen Notebooks Mobil-Grafikkarten. Intel verspricht genug Performance, damit aktuelle Spiele in Full-HD-Auflösung mit hohen Details flüssig laufen.

Kaby Lake G

(Bild: Intel)

Intel will mit den Kombiprozessoren der Serien Core i5-8000G und Core i7-8000G den Mobil-Grafikchips von AMD und Nvidia im unteren und mittleren Preissegment Paroli bieten. Sie vereinen eine Quad-Core-CPU und eine Radeon-RX-Vega-M-GPU von AMD sowie 4 GByte HBM2-Speicher in einem Package. Die Kaby-Lake-G-Chips zum Auflöten sind für schlanke Notebooks und kompakte Mini-PCs gedacht und sollen dort dedizierte Grafikchips überflüssig machen. Das ermöglicht kompaktere Bauformen, vergleichbar mit dem Mitte 2017 vorgestellten Max-Q-Design von Nvidia.

Die fünf Core i-8000G-Prozessoren verteilen sich auf zwei GPU-Geschmacksrichtungen. Die beiden schnellsten Varianten Intel Core i7-8809G und i7-8709G mit 100 Watt Thermal Design Power haben eine Vega-GPU mit 1536 Shader-Kernen (24 CUs), die mit 1063 MHz Takt laufen (Boost: 1190 MHz). Diese bezeichnet Intel etwas sperrig als Radeon RX Vega M GH, wobei das H für High steht. Die GL-Version (Low) mit 1280 Shadern (20 CUs) und etwas geringeren Taktfrequenzen (913 / 1011 MHz) kommt in den 65-Watt-Prozessoren Core i7-8706G, i7-8705G und Core i5-8305G zum Einsatz.

Mobilprozessoren Core i-8000G mit Radeon RX Vega
Prozessor Kerne Taktfrequenz (nominal / Turbo) L3-Cache Grafik Shader / CU Grafikspeicher TDP
Core i7-8809G 4+HT 3,1 / 4,2 GHz 8 MByte Vega M GH 1536 / 24 4 GByte HBM2 100 Watt
Core i7-8709G 4+HT 3,1 / 4,1 GHz 8 MByte Vega M GH 1536 / 24 4 GByte HBM2 100 Watt
Core i7-8706G* 4+HT 3,1 / 4,1 GHz 8 MByte Vega M GL 1280 / 20 4 GByte HBM2 65 Watt
Core i7-8705G 4+HT 3,1 / 4,1 GHz 8 MByte Vega M GL 1280 / 20 4 GByte HBM2 65 Watt
Core i5-8305G 4+HT 2,8 / 3,8 GHz 6 MByte Vega M GL 1280 / 20 4 GByte HBM2 65 Watt
* vPro-tauglich, CU: Compute Units, TDP: Thermal Design Power

Die GL-Grafik soll bei aktuellen 3D-Spielen wie Hitman, Deus Ex: Mankind Divided und Warhammer: Vermintide 2 laut Intel eine um rund 30 Prozent höhere Bildrate als ein System mit der Mobilvariante der GeForce GTX 1050 liefern. Allerdings steckte im Vergleichssystem der 15-Watt-Quad-Core Core i7-8550U. Die 3D-Performance der leistungsfähigere Vega M GH liegt nach Aussage von Intel knapp oberhalb der GeForce GTX 1060 Max-Q. Das reicht für flüssiges Spielen mit 50 bis 70 fps bei Full-HD-Auflösung und hohen Grafikdetails.

Das Die für die Quad-Core-CPU entspricht technisch den mobilen Vierkernern der H-Serie mit 45 Watt TDP wie zum Beispiel dem Core i7-7920HQ. Der Intel-Prozessor und die AMD-Grafikeinheit sitzen bei Core i-8000G auf einer Trägerplatine (Package) und kommunizieren über acht PCIe-3.0-Lanes. Die verbleibenden acht PCIe-3.0-Lanes der CPU stehen für übrigen Komponenten zur Verfügung. Grafikchip und HBM2-Speicher sind per Embedded Multi-Die Interconnect Bridge (EMIB) miteinander verbunden. Im Unterschied zu den etwa von Vega- oder Fiji-GPUs bekannten Interposern sitzen zwischen den Dice nur kleine Verbinder – insgesamt ist die Intel-Technik kostengünstiger als vollflächig ins Substrat eingearbeitete Interposer.

Die neuen Kombiprozessoren stecken unter anderem im Mini-PC NUC "Hades Canyon".

(Bild: c't / Florian Müssig)

Prozessor, Grafikchip und HBM-Speicher haben ein gemeinsames Energiemanagement, um das thermische Budget optimal auszuschöpfen. Die in der CPU integrierte HD-630-Grafikeinheit von Intel ist bei den Core-i-8000G-Prozessoren permanent aktiv, sodass sich die Vega-GPU zum Beispiel bei Office-Anwendungen abschalten kann. Zudem steht dadurch auch die Videoeinheit Quick Sync zur Verfügung und es lassen sich bis zu neun Displays ansteuern. Den Support für Software und Grafiktreiber übernimmt Intel. Bei der Oberfläche handelt es sich um eine angepasste Variante der Radeon-Software – in blauer Optik.

Erste Notebooks mit Core i-8000G dürften in den kommenden Tagen vorgestellt werden. Intel selbst stattet die hauseigenen Mini-Gaming-PCs NUC8i7HVK und NUC8i7HNK mit diesen Kombiprozessoren aus. Die VR-tauglichen Rechner sollen im März in den Handel kommen. Das schnellere Modell wird 1000 US-Dollar, das etwas langsamere 800 US-Dollar kosten. Intel vertreibt die beiden NUCs als Barebones ohne Arbeits- und Massenspeicher; im Inneren stehen jeweils zwei SO-DIMM- und M.2-Schächte bereit.

(chh)

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