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Intel: Hardware-Fehler in neuen Mainboard-Chipsätzen [Update]

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Blockschaltbild LGA1155-Plattform: Nur die SATA-II-Ports sind betroffen.

Die bisher gefertigten Ein-Chip-"Chipsätze" der jüngsten Baureihe 6 für Mainboards mit Core-i-2000-Prozessoren haben einen Hardware-Fehler: Laut Intel kann es passieren, dass im Laufe der Zeit die Leistung des SATA-Controllers nachlässt, der in den Platform Controller Hubs (PCH) P67, H67 oder Q67 steckt. Betroffen sind potenziell alle bisher produzierten Mainboards mit der LGA1155-Fassung für die Prozessoren der Baureihen Core i3-2000, Core i5-2000 und Core i7-2000.

Nach Firmenangaben können bereits im Einsatz befindliche Mainboards weiter betrieben werden. Abhilfe ist jedoch nur durch den Austausch des Chipsatzes möglich, der allerdings auf dem Mainboard aufgelötet ist – letztlich ist also ein Tausch des Mainboards nötig. Intel kooperiert mit den Herstellern von Mainboards und kompletten PCs und geht davon aus, dass Kosten von rund 700 Millionen US-Dollar für den Austausch der betroffenen Produkte der direkten Intel-Kunden – also Mainboard-, Notebook- und PC-Herstellern – anfallen. Hinzu kommen geschätzte 300 Millionen US-Dollar Umsatzausfall, weil Intel die Produkte nicht weiter verkaufen kann. Weil die neuen Sandy-Bridge-Prozessoren ausschließlich mit Serie-6-Chipsätzen (Cougar Point) kooperieren, gibt es keine Chipsatz-Alternativen.

Erst im "späten Februar" will Intel fehlerbereinigte PCH-Chips in kleineren Stückzahlen liefern können, ab April soll dann wieder die volle Produktionskapazität erreicht werden. Der Aktienkurs von Intel sackte heute nachmittag an der Börse in New York deutlich ab.

[Update:] Bei Intel haben die neuen Sandy-Bridge-Prozessoren erst einen relativ kleinen Anteil an der gesamten Produktpalette; deshalb meint Intel, dass sich der finanzielle Schaden durch die Verzögerungen bei den Produktlieferungen im Rahmen hält. Die vermutlich volumenstärksten Sandy-Bridge-Produkte, nämlich Notebooks mit den Dual-Core-Versionen Core i3-2000 oder auch den kommenden Pentiums, sind noch gar nicht auf dem Markt; ihre Einführung werde sich nun um "ein paar Wochen" verzögern.

Die beiden SATA-6G-tauglichen Ports der neuen Chipsätze sind laut Intel nicht betroffen, sondern nur die vier Ports, die lediglich SATA-II-tauglich sind. Der Fehler kann sich beispielsweise darin äußern, dass hohe Fehlerraten bei der SATA-Kommunikation mit Festplatten, optischen Laufwerken oder externen (eSATA-)Geräten auftreten oder diese schlichtweg vom SATA-Controller nicht mehr erkannt werden. Laut Intel wird der Fehler vermutlich nur bei einem einstelligen Prozentanteil aller ausgelieferten Chipsätze überhaupt auftreten, also relativ selten – und wurde deshalb trotz aufwendiger Testverfahren auch erst nach der Auslieferung einer größeren Stückzahl von Produkten gefunden.

Der Fehler in den Chipsatz-Bauelementen soll sich relativ leicht beheben lassen durch eine kleine Änderung einer Metalllage dieser 65-Nanometer-Produkte. Deshalb geht Intel davon aus, dass die Fehlerkorrektur problemlos verläuft.

Bisher haben Mainboard- und PC-Hersteller noch keine Aussagen darüber veröffentlicht, wann und wie sie betroffene Produkte von Endkunden austauschen wollen. (ciw)