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Intel Mobile Communications schließt einige deutsche Standorte

Die 2011 von Intel gekaufte Infineon-Sparte schließt Niederlassungen in Dresden, Regensburg und Ulm. Die dortigen Mitarbeiter sollen nach München und Nürnberg wechseln.

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Intel Atom Z3735F alias Bay Trail-T

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Intels Schwierigkeiten im Markt der Smartphones und Tablets haben jetzt direkte Folgen für deutsche Mitarbeiter der Sparte Intel Mobile Communications (IMC). Dahinter verbirgt sich die 2011 übernommene Infineon-Sparte unter Leitung von Prof. Dr. Hermann Eul, die unter anderem UMTS- und LTE-Modems entwickelt. Hauptsitz der IMC mit weltweit 3500 Mitarbeitern ist München-Neubiberg, weitere deutsche Standorte sind Duisburg, Nürnberg, Ulm, Regensburg und Dresden.

Nun will die 2011 geschaffene IMC ihre hiesigen Standorte konsolidieren. Gespräche mit den Betriebsräten laufen laut Intel bereits. "Ziel ist es, die Effektivität zu verbessern und kurze Wege bei wichtigen Arbeitsgruppen zu gewährleisten. Wir bringen so wichtige Kompetenzen näher zueinander und steigern Produktivität, Effektivität und Geschwindigkeit," erklärt Intel-Sprecher Florian Ranner gegenüber heise online.

Schon Ende 2014 hatte die Mutterfirma angekündigt, dass die Mobile and Communications Group (MCG) in der Client Computing Group aufgehen wird. Seit dem ersten Quartal 2015 tauchen deshalb die hohen Verluste der Mobilsparte nicht mehr separat in den Quartalsberichten auf, sondern schmälern den Erlös der Client Computing Group.

Zu den Verlusten hatte auch der umstrittene "Contra Revenue" beigetragen, also Rabatte und Zahlungen an die vergleichsweise wenigen Firmen, die überhaupt Smartphones und Tablets mit Atom-SoCs entwickeln.

Eigentlich sollten längst Billig-Smartphones mit Atom-SoCs auf dem Markt sein, die integrierte UMTS-Modems enthalten, doch bisher sind Chips wie der Atom x3 bloß angekündigt. Ein LTE-Atom wird wohl sogar noch Monate auf sich warten lassen. Im chinesischen Markt kooperiert Intel daher mit Firmen wie Rockchip und Spreadtrum.

Unterdessen machen Qualcomm und Mediatek gute Geschäfte, sie verkaufen ARM-SoCs mit eingebauten LTE-Modems. Doch auch Nvidia hat bei Smartphone-SoCs das Handtuch geworfen, genau wie TI schon 2012 und Ericsson beziehungsweise STMicroelectronics 2013.

[Update:] In der Meldung wurde auch der Standort Braunschweig erwähnt, den die deutsche Webseite der IMC noch aufführt, obwohl er bereits vor rund einem Jahr geschlossen wurde. (ciw)