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Intel-Prozessor Xeon D-1500: Anti-ARM für Server

Das System-on-Chip Xeon D-1500 für Mikroserver vereint vier oder acht Broadwell-Cores mit 10-Gigabit-Ethernet-Controller, Chipsatz-Funktionen und 24 PCIe-3.0-Lanes.

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Intel-Managerin Patricia Kummrow zeigt ein Mikroserver-Mainboard mit Xeon D-1500.

(Bild: Intel)

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Die hoch integrierten und sparsamen Serverprozessoren Xeon D-1540 (acht Kerne) und Xeon D-1520 (vier Kerne) sollen den 64-Bit-ARM-SoCs für Server das Leben schwermachen. Bisher hatte Intel als Anti-ARM-Konter nur die vergleichsweise glücklosen Server-Atoms der Baureihen S1200 und C2000 (Avoton) im Angebot.

Im Xeon D-1540 stecken statt schwacher Atom-Cores Kerne aus der jüngsten Broadwell-Generation, die dank 14-Nanometer-Fertigung trotzdem sparsam arbeiten sollen. Die nominelle Taktfrequenz beträgt beim Xeon D-1540 2 GHz, im Turbo sind 2,6 GHz möglich – bei Last auf allen Kernen noch bis zu 2,5 GHz, je nach Kühlung und Auslastung der Rechenwerke.

Laut Intel rechnet bereits ein Octo-Core-Vorserienmuster des Xeon D mit 1,9 GHz doppelt- bis 3,4-mal so schnell wie der Atom C2750 mit acht Silvermont-Cores und 2,4 GHz. Den ersten Server-ARMs wie dem APM X-Gene mit wiederum acht Kernen und 2,4 GHz dürfte der Xeon D-1540 also deutlich überlegen sein. Allerdings sollen in diesem Jahr Server mit deutlich stärkeren 64-Bit-ARM-SoCs erscheinen, beispielsweise mit X-Gene 2 und Cavium ThunderX.

Intel Xeon D-1500 (5 Bilder)

Asrock Rack D1540D4X

Asrock Rack lötet den Xeon D-1540 auf das Mainboard D1540D4X
(Bild: Asrock Rack)

(2. Update:) Die Listenpreise der beiden ersten Broadwell-DE-SoCs Xeon D-1540 und -1520 betragen 581 beziehungsweise 199 US-Dollar. Sie sind aber nur für Server- und Mainboard-Hersteller interessant, die sie auf ihre Platinen löten. Asrock Rack hat mit dem D1540D4X bereits ein Mikroserver-Mainboard mit Xeon D-1540 angekündigt und will es auf der CeBIT (Halle 2, Stand C54) zeigen.

Vermutlich dürfte der Xeon D-1500 aber häufiger in dicht gepackten Cloud-Maschinen wie dem HP ProLiant Moonshot auftauchen. Den erwähnt Intel auch beim Leistungsvergleich: Das Vorserienmuster des Xeon D hat Intel mit dem ProLiant Moonshot m300 mit Atom C2750 verglichen und dieses wiederum mit dem ProLiant Moonshot m400 mit APM X-Gene. Der indirekte Vergleich lässt den ARM-Chip erwartungsgemäß schlecht aussehen.

(Update:) Die beiden Speicherkanäle des Xeon D-1500 vertragen je vier Speicher-Ranks, also beispielsweise zwei Dual-Rank-DIMMs. Je nach System können DDR3L- oder DDR4-(SO-)DIMMs zum Einsatz kommen, mit oder ohne ECC sowie Registered oder unbuffered. Kingston hat bereits DDR4-ECC-SO-DIMMs für Xeon-D-1500-Mikroserver angekündigt.

Mit DDR4-SDRAMs sind bis zu 128 GByte RAM in Form von vier 32-GByte-RDIMMs möglich, weil der Broadwell-DE auch 8-GBit-Chips ansteuert. Bei DDR3L stehen nur 4-GBit-Chips im Datenblatt, damit sind es höchstens 64 GByte.

Das 2. Update reicht die Preise nach – vorher stand dort, die hätte Intel nicht veröffentlicht. (ciw)