Intel-SSD kombiniert Optane- mit Flash-Speicher

Intels M.2-SSD "Optane Memory H10 with Solid State Storage" funktioniert ähnlich kompliziert, wie sie heißt.

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Intel Optane Memory H10 with Solid State Storage in M.2-Bauform

(Bild: Intel)

Von
  • Christof Windeck

Auf der PCI-Express-SSD namens Optane Memory H10 with Solid State Storage kombiniert Intel 16 oder 32 Gigabyte Optane-Speicher mit 256, 512 oder 1024 GByte QLC-NAND-Flash.

Das kompakte Kärtchen in der Bauform M.2 arbeitet dabei aber eigentlich wie zwei SSDs in einer. Damit der schnelle Speicher wie von Intel vorgesehen läuft, muss es in einem Windows-10-Rechner mit einem M.2-Slot mit PCIe 3.0 x4 stecken. Denn erst der Windows-Treiber für Intels Rapid Storage Technology (RST) kombiniert die beiden SSDs, deren Controller jeweils zwei PCIe-Lanes nutzen, zu einem System.

Der nichtflüchtige Optane-Speicher ist deutlich teurer als NAND-Flash, arbeitet aber mit geringerer Latenz. Optane-Speicher liefert auch bei wenigen parallelen zufälligen Zugriffen vergleichsweise viele Daten pro Sekunde aus, erreicht also hohe IOPS-Werte schon bei kurzer Anfragenwarteschlange (Queue Depth, QD).

Flash-SSDs erreichen hohe IOPS-Zahlen hingegen oft erst ab 16, 32 oder mehr parallelen Zugriffen (QD = 16, 32 ...), weil sie der Controller dann auf viele Zellen parallel verteilen kann.

Anders als bei Servern treten bei typischer PC-Nutzung nur selten viele gleichzeitige SSD-Zugriffe auf. Daher kann eine Optane-SSD leicht spürbare Vorteile im Vergleich zu einer normalen SSD bringen.

Außer Windows 10, einem M.2-Slot mit PCIe 3.0 x4 und dem RST-Treiber ab Version 17.2 benötigt man auch ein Mainboard mit einem Chipsatz aus Intels Serie 300 sowie einen Core-i-Prozessor der achten oder neunten Generation.

Zunächst will Intel Optane Memory H10 with Solid State Storage nur an Hersteller von Desktop-PCs und Notebooks (OEM) ausliefern. Erst später soll es auch in den Einzelhandel (Retail) kommen. Preise nennt Intel bisher nicht.

Optane-Speicher hat sich in Desktop-PCs und Notebooks bisher noch wenig verbreitet. Das liegt einerseits an den hohen Preisen, vor allem angesichts stark fallender Preise von Flash-SSDs. Aber auch die komplizierten Voraussetzungen für den Einsatz dürften eine Rolle spielen. Die "Plus"-Versionen von Core-i-Prozessoren, die Intel im Paket mit Optane-Speicher verkaufte, wurden jedenfalls wieder eingestellt.

Außer Optane Memory für Desktop-PCs und Notebooks gibt es auch Optane-SSDs für Desktop-PCs, Notebooks und Server sowie Optane DC Persistent Memory Modules für Xeon-SP-Server. (ciw)