Intel Xeon: Spekulationen über 5,1-GHz-Version

2016 will Intel die neue Xeon-Generation Broadwell-EP vorstellen, zu der auch ein besonders hoch taktender Quad-Core zählen soll.

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Intel Xeon E5-2600 v3: Zwei Haswell-EP-Chips

Von
  • Christof Windeck

Bei den meistverkauften Server-Prozessoren steht ein Generationswechsel an: Die Xeons der Baureihe E5-2600 v3 alias Haswell-EP hat Intel im September 2014 vorgestellt. Noch im ersten oder vielleicht auch im zweiten Quartal sollen deren Nachfolger Broadwell-EP als Serie Xeon E5-2600 v4 erscheinen. Dazu gehören wohl nicht nur Versionen mit vielen Kernen, nämlich bis zu 22 statt bisher bis zu 18, sondern auch ein extrem hoch taktender Quad-Core. Nach Informationen der chinesischen Webseite MyDrivers.com ist ein Xeon E5-2602 v4 mit bis zu 5,1 GHz (Turbo-)Taktfrequenz geplant.

Falls die Informationen zutreffen, wäre dieser 5,1-GHz-Chip der bisher serienmäßig am höchsten taktende x86-Prozessor. Angeblich beträgt seine Thermal Design Power (TDP) mit 165 Watt deutlich mehr als bei den erwarteten Standardtypen, die zwischen 45 und 135 Watt liegen dürften, genau wie die Haswell-EP-Vorgänger. Die Broadwell-EP-Xeons sollen in dieselben LGA2011-v3-Fassungen passen, also nach BIOS-Updates auf vielen aktuellen Dual-Socket-Serverboards mit dem Chipsatz C612 laufen.

Da es bisher keine offiziellen Informationen von Intel zu Broadwell-EP gibt, kann man über den Einsatzzweck eines 5,1-GHz-Quads nur spekulieren. Schon in der Vergangenheit hat Intel einige Xeon-Typen mit weniger Kernen, aber besonders hohen Taktfrequenzen vorgestellt. So gibt es etwa W-Typen für Workstations, die ebenfalls eine höhere TDP haben. In geräumigen Tower-Workstations ist mehr Platz für kräftige Kühlung und Stromversorgung und manche Programme nutzen ohnehin nicht so viele CPU-Kerne aus, wie schon ein einziger Xeon besitzen kann.

Seit einigen Jahren haben einige Server-Hersteller außerdem Systeme mit besonders niedrigen Latenzen für den automatischen (Aktien-)Handel oder andere Auktionen im Angebot, Supermicro etwa die Baureihe HyperSpeed. Das Supermicro-Serverboard X10DRU-XLL ist deshalb für höhere CPU-Leistungsaufnahme von bis zu 160 Watt freigegeben.

2012 hatte Supermicro sogar Server zum Übertakten von Xeons vorgestellt. Auch die Auktionsplattform eBay hat laut ihrem damaligen Rechenzentrums-Chef Dean Nelson mit übertakteten Prozessoren experimentiert, um Latenzen zu minimieren. (ciw)