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Intel auf der EU-Anklagebank

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Nach Microsoft sitzt nun der Chip-Weltmarktführer Intel auf der Brüsseler Anklagebank: Der US-Konzern rechtfertigte sich am heutigen Dienstag in Brüssel gegen schwere Vorwürfe über Verletzungen des Wettbewerbsrechts, die die EU-Kommission untersucht. Im laufenden Verfahren wegen mutmaßlichen Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung droht ein hohes Bußgeld. Die EU-Wettbewerbshüter bestätigten die Anhörung gegenüber dpa, teilten jedoch keine Details zu dem Treffen hinter verschlossenen Türen mit.

Im Juli vergangenen Jahres hatte die EU-Kommission offiziell ein Verfahren gegen Intel eingeleitet. Dem Konzern wird vorgeworfen, den Konkurrenten AMD mit illegalen Praktiken vom Markt für Computerprozessoren ferngehalten zu haben. Intel weist die Vorwürfe zurück: Der Chipmarkt funktioniere normal, und Intel habe sich rechtmäßig, wettbewerbsorientiert und kundenfreundlich verhalten.

Nach Ende der zweitägigen Anhörung am Mittwoch werde die Kommission nicht unmittelbar entscheiden, hieß es in Brüssel. Ob ein Beschluss noch in diesem Jahr fällt, sei völlig offen. EU-Ermittler hatten erst im Februar Büros von Intel und großer Computerhändler in mehreren EU-Ländern durchsucht.

Gegen Microsoft hatte die EU-Kommission offiziell im August 2000 ein Verfahren eröffnet. Bis zur Verhängung einer Geldbuße in Höhe von 497 Millionen Euro und von Produktauflagen gingen knapp vier Jahre ins Land. Die Nachwehen des Verfahrens mit Klagen Microsofts gegen die Entscheidung der EU-Kommission, dem Entscheid des Gerichts gegen Microsoft und einer zusätzlichen Strafe für Microsoft wegen Nichteinhaltung der Auflagen dauern bis heute an.

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