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Intel bringt Xeon E7v4 (Broadwell-EX) heraus

Nach der Zweisockelversion Xeon E5 vor drei Monaten folgt nun der Xeon E7 mit Broadwell-Architektur für vier und acht Sockel.

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Xeon E7v4 (Broadwell-EX)

(Bild: Intel)

Mit bis zu 24 physischen Kernen markiert Intels neuer Xeon-E7-Prozessor Broadwell-EX ab heute das obere Ende an der x86-Prozessorfront, zwei mehr als der größte Xeon-E5-Bruder und sechs mehr als der unmittelbare Vorgänger Haswell-EX. Das Flaggschiff Xeon E7-8890v4 ist dabei für vier oder acht Sockel ausgelegt, mithin für Systeme mit insgesamt 192 oder 384 logischen Prozessoren. Der Takt ist mit 2,2 GHz zwar deutlich niedriger als beim Vorgänger Haswell-EX (Xeon E7-8890v3) mit 2,5 GHz, dafür hat die Broadwell-Architektur aber zahlreiche Vorteile gegenüber derjenigen des Haswell, insbesondere kürzere Latenzen und Durchlaufzeiten bei vielen Befehlen. Vor allem die Multiplikation ist mit 3 gegenüber 5 Takten zuvor nun deutlich schneller.

Der Prozessor passt in den gleichen Sockel wie seine beiden Vorgänger Ivy-Bridge-EX und Haswell-EX. Er benötigt nur ein BIOS-Upgrade. Falls gewünscht, lässt sich auch der Speicher mit neuen Modulträgern auf DDR4 aufrüsten. Im Schnitt beträgt der Performancezuwachs laut Intel gegenüber dem E7-8890v3 bei gleicher DDR4-Speicherbestückung rund 30 Prozent, liegt bei klassischen Business-Benchmarks zwischen 24 Prozent (Hana) und 33 Prozent (SAP SD mit 41450 SD-Usern auf Dell PowerEdge R930).

Damit knackten die Systeme der Launch-Partner Cisco, Dell, Fujitsu, Hewlett-Packard Enterprise (HPE), Huawei, Lenovo und SGI insgesamt 27 Weltrekorde bei Industrie-Standard-Benchmarks. Herausragend sind die Ergebnisse von TPC-H bei 3 Terabyte Datenbanken, die HPE für den ProLiant DL580 Gen9 vermelden durfte. Die Zahl der möglichen ad-hoc-Abfragen vergrößerte sich gegenüber dem Vorgänger um Faktor 2,1 auf 2,1 Millionen QphH@3000GB.

SPECint_rate_base2006 (est.) kommt nach vorläufigen Intel-Messungen auf den neuen Rekordwert für 4-Sockel-Systeme von 3410 Punkten (+28 Prozent), SPECfp_rate_base2006 (est) liegt bei 2290 Punkten (+19 Prozent). Der Linpack knackt die 3-TFlops-Marke und der Speicherbenchmark Stream erzielt 261 GByte/s.

6 Kerne mehr, aber 300 MHz weniger Takt beim Flaggschiff E7 8890v4, - das reicht für im Schnitt 30 Prozent höhere Performance

(Bild: Intel)

Vermutlich haben die Partner inzwischen noch etwas höhere Werte erzielt, Intel hat für alle aktuellen Rekorde eine spezielle Website eingerichtet. All Rekorde wurden im sogenannten Performance-Modus (VMSE 2:1) des SMI2-Speicherinterfaces gemessen, bei dem sich zwei DDR4-Kanäle zu einem mit 3,2 GT/s zusammenschalten lassen. Anders als sein Vorgänger kann der E7v4 so wie die EP-Kollegen auch den sogenannten Cluster-on-Die-Modus fahren, bei dem die beiden inneren Ringsysteme mit bis zu jeweils zwölf Kernen als unabhängige Prozessoren angesprochen werden. Bei Einsatz von NUMA-optimierter Software kann man damit leichte Performancevorteile erzielen. Die reine Lesebandbreite zum Beispiel steigt damit von 334 auf 347 GByte/s. Bis zu 12 TByte Speicher kann man mit den 128-GByte-DDR4-LRDIMMs in die 96 Slots stecken.

So sieht Intel den Vergleich zum Power 8

(Bild: Intel)

Die großen Systeme mit 8 Sockel vergleicht Intel mit einem IBM Power E870: 40 Prozent höhere Performance (ca. 6900 gegen 4830 SPECint_rate_base2006) , halber Energieverbrauch (2496 gegenüber 5068 Watt) und 10fach höhere Performance per Dollar (Listenpreise bei 2 TByte Speicher: 197.974 gegenüber 1.582.788 US-Dollar).

Im c't-Labor laufen derzeit noch die Benchmarks, die Veröffentlichung des Tests ist für Ausgabe 14/2016 geplant.

Xeon E7 4800/8800v4 (Broadwell-EX)
Prozessor Segment Kerne Takt L3-Cache TDP QPI
E7-8890v4 Advanced 24 2,2 GHz 60 M 165 W 9,6 GT/s
E7-8880v4 Advanced 22 2,2 GHz 55 M 150 W 9,6 GT/s
E7-8870v4 Advanced 20 2,1 GHz 50 M 140 W 9,6 GT/s
E7-8860v4 Advanced 18 2,2 GHz 45 M 140 W 9,6 GT/s
E7-4850v4 Standard 16 2,1 GHz 40 M 115 W 8 GT/s
E7-4830v4 Standard 14 2,0 GHz 35 M 115 W 8 GT/s
E7-4820v4 Basic (no Turbo) 10 2,0 GHz 25 M 115 W 6,4 GT/s
E7-4809v4 Basic (no Turbo) 8 2,1 GHz 20 M 115 W 6,4 GT/s
E7-8891v4 Enterprise 10 2,8 GHz 60 M 165 W 9,6 GT/s
E7-8893v4 Enterprise 4 3,2 GHz 60 M 150 W 9,6 GT/s
E7-8867v4 HPC 18 2,4 GHz 45 M 165 W 9,6 GT/s

(as)