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Intel erhöht Anteil an Entwickler von Plastik-Datenspeichern

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Die Intel-Investmentabteilung Intel Capital hat den Aktienanteil an der norwegisch-schwedischen Entwicklerfirma Thin Film Electronics (TFE) auf 13 Prozent gesteigert. Das Unternehmen entwickelt an Standorten in Skandinavien und den USA sowie mit weltweiten Partnern Polymer-Massenspeicher, die wesentlich preiswerter und schneller als beispielsweise Flash-EEPROMs sein sollen.

Intel zahlt jetzt nochmals rund 7,85 Millionen US-Dollar, nachdem man im November 1999 bereits 11,26 Millionen Mark in das skandinavische Unternehmen gesteckt hatte. Der US-Chip-Hersteller hatte sich damals eine Option auf den Erwerb von maximal 13 Prozent der Thin-Film-Anteile gesichert. Die restlichen Anteile hält das norwegische Unternehmen Opticom, das Anfang 1999 erstmals Polymer-RAM-Prototypen mit mehr als 1 MByte Kapazität präsentierte.

Auf dem Server der Firma steht eine Präsentation zum Download bereit, die die Vorteile von Polymerspeicher zeigt. Im Jahresbericht 2000 erläutert das Unternehmen die Funktionsweise des "Polymer RAM", dessen Speicherzelen ohne Transistoren auskommen und nichtlineare Effekte leitfähiger Kunststoffe nutzen. Nach eigenen Angaben hat man bereits Prototypen solcher Zellen mit einer Fläche von etwa 0,25 µm2 hergestellt, die damit etwa acht bis zehmal kleiner sind, als in einem 0,13-µ-Siliziumprozess hergestellte SRAM-Speicherzellen mit sechs Transistoren. Die Speicherzellen sollen von einer Schreib-/Leselogik angesteuert werden, die aus Dünnfilm-Transitoren (TFTs) aufgebaut ist. Bis zu tausend solcher Polymer-RAM-Filme sollen sich in einem nur 1 mm dicken Chip unterbringen lassen, wodurch sich mehrere Gigabit Speicherkapazität erreichen lassen.

Nach eigenen Angaben verfügt TFE bereits über rund 350 nationale und 70 internationale Patente. Intel hat durch die Beteiligung an dem Unternehmen ein Recht auf die Lizenzfertigung, auch der Spielehersteller Eidos ist an TFE beteiligt. (ciw)