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Intel gibt die Hoffnung auf Atom-Fernseher auf

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Mit Prozessoren und Systems-on-Chip (SoCs) der Atom-Familie wollte Intel die Konkurrenz von ARM und MIPS nicht nur bei Smartphones und Tablets – bei Intel einst Mobile Internet Devices oder UMPC genannt – in Schach halten, sondern auch bei der Unterhaltungselektronik. Diese Pläne gibt Intel nun offenbar weitgehend auf.

Zum Einbau in Fernsehgeräte, also für Smart TVs, kündigte Intel schon 2007 den ersten Media-Prozessor CE 2110 an, damals noch mit ARM- beziehungsweise XScale-Kern. In der ersten Apple-TV-Generation war Intel mit einem "echten", fest aufgelöteten Pentium M vertreten. 2008 folgten CE 3100 (Canmore) und EP80579 (Tolapai) mit Pentium-M-Kernen, von denen der CE 3100 immerhin in einigen Settopboxen erschien. 2009 zog dann ein Atom-Kern in den CE 4100 alias Sodaville ein, zusammen mit einer PowerVR-SGX535-GPU und HD-Video-Beschleunigern. Damit konnte Intel im Google TV landen sowie in der Boxee Box, aber auch in einem Blu-ray Player und einem TV-Gerät von Sony.

Ähnliche Chips hätten auch in Settopboxen und TV-Geräten mit einer Spezialversion des Windows Media Center stecken sollen, doch Intel tüftelte außer mit Google an einem Embedded-Android auch an MeeGo-TVs. Außerdem hatte Intel auch mindestens zwei Media-Atom-SoCs mit 32-Nanometer-Strukturen und noch mehr CE-Varianten aus der 22- und 14-Nanometer-Fertigung auf die Roadmap gesetzt.

Nach einem Bericht von Bloomberg, der sich auf Intel-Sprecherin Claudine Mangano beruft, wird Intel zwar weiter Chips an die Hersteller von Settop-Boxen liefern, gibt aber die Anstrengungen bei den TV-Geräten auf. Man wolle sich nun stärker auf den Einsatz des Atom in Tablets und Smartphones konzentrieren.

In vielen Smart TVs stecken SoCs mit MIPS-Kernen, etwa von Toshiba, Sigma Designs oder Realtek. Für solche MIPS-SoCs liefert beispielsweise Opera sein Opera Devices SDK zur Entwicklung von Web-Applikationen. Doch MIPS unterstützt etwa auch Android. (ciw)