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Intel knüpft an Boomzeiten an

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Der Prozessorhersteller Intel hat die Wirtschaftskrise endgültig hinter sich gelassen. Im vierten Quartal verdiente er laut Mitteilung mit knapp 2,3 Milliarden US-Dollar (1,58 Milliarden Euro) unter dem Strich wieder so viel wie zu seinen Glanzzeiten. Dabei war das Ergebnis sogar noch durch eine Zahlung von 1,25 Milliarden US-Dollar in Folge der Einigung im Kartellrechtsstreit mit AMD im November belastet. Vor einem Jahr hatte die Flaute Intels Gewinn noch auf 234 Millionen Dollar schrumpfen lassen.

Umsatz- und Gewinnentwicklung der vergangenen fünf Quartale.

"Mikroprozessoren sind in unserer modernen Welt unersetzlich", begründete Konzernchef Paul Ottelini am gestrigen Donnerstag am Firmensitz im kalifornischen Santa Clara den steilen Wiederaufstieg. Der Umsatz verbesserte sich um 28 Prozent auf 10,6 Milliarden Dollar.

Auch in diesem Jahr soll die gute Entwicklung anhalten. Den Umsatz im laufenden ersten Quartal sieht Ottelini mit 9,3 Milliarden bis 10,1 Milliarden Dollar deutlich über dem des Vorjahreszeitraums. Analysten hatten laut Wall Street Journal eine Prognose von etwa 9,35 Milliarden US-Dollar erwartet. An das Schlussquartal mit seinem starken Weihnachtsgeschäft können die Zahlen aber traditionell nicht anknüpfen.

Im gesamten vergangenen Geschäftsjahr setzte Intel 35,12 Milliarden US-Dollar um, knapp 2,5 Milliarden weniger als im Jahr 2008. Der Gewinn ging von 5,29 Milliarden auf 4,37 Milliarden US-Dollar zurück. Die Investitionsausgaben sollen sich 2010 um 4,7 Milliarden bis 4,9 Milliarden US-Dollar belaufen gegenüber 4,5 Milliarden US-Dollar im vergangenen Jahr.

Die bereits hochgesteckten Erwartungen der Experten übertraf Intel mit seiner Quartalsbilanz bei weitem. Nachbörslich stieg der Kurs um gut 2 Prozent. Das kann Signalwirkung haben: Der Branchenprimus gilt wegen seiner Größe als wichtiger Gradmesser für den gesamten Halbleiter-Markt. Und weil Chips mittlerweile in immer mehr Geräten des täglichen Lebens eingebaut werden, auch für die Wirtschaft generell.

Die Erholung des Geschäfts hatte sich bereits in den vergangenen Monaten abgezeichnet: Die Autoindustrie als wichtiger Abnehmer von Halbleitern berappelte sich, der tiefe Fall des Maschinenbaus fand ein Ende und die Verkäufe von Computern sprangen an. Nur Stunden vor Intels Bilanzvorlage vermeldete das Marktforschungsunternehmen Gartner den stärksten Zuwachs im PC-Markt seit sieben Jahren.

Zuletzt sprangen bei Intel vor allem die Verkäufe von Chips für Server an. In der Sparte legte der Umsatz um 21 Prozent zu. Aber auch Prozessoren für Laptops und Desktop-Computer verkauften sich 10 Prozent besser. Mit den Atom-Chips für Mini-Notebooks erlöste Intel 6 Prozent mehr. Dabei profitierte der Konzern von einer Erholung der in der Krise gefallenen Chippreise.

Umsatz- und Gewinnentwicklung bei Intel
in US-Dollar
Quartal Umsatz Netto-
gewinn/
-verlust
1/00 8,0 Mrd. 2,7 Mrd.
2/00 8,3 Mrd. 3,5 Mrd.
3/00 8,7 Mrd. 2,73 Mrd.
4/00 8,7 Mrd. 2,6 Mrd.
1/01 6,7 Mrd. 1,1 Mrd.
2/01 6,3 Mrd. 0,85 Mrd.
3/01 6,5 Mrd. 0,11 Mrd.
4/01 7,0 Mrd. 0,50 Mrd.
1/02 6,8 Mrd. 0,94 Mrd.
2/02 6,3 Mrd. 0,45 Mrd.
3/02 6,5 Mrd. 0,69 Mrd.
4/02 7,2 Mrd. 1,05 Mrd.
1/03 6,8 Mrd. 0,92 Mrd.
2/03 6,7 Mrd. 0,896 Mrd.
3/03 7,8 Mrd. 1,7 Mrd.
4/03 8,7 Mrd. 2,173 Mrd.
1/04 8,1 Mrd. 1,7 Mrd.
2/04 8,1 Mrd. 1,8 Mrd.
3/04 8,5 Mrd. 1,9 Mrd.
4/04 9,6 Mrd. 2,123 Mrd.
1/05 9,4 Mrd. 2,154 Mrd.
2/05 9,2 Mrd. 2,038 Mrd.
3/05 9,96 Mrd. 1,995 Mrd.
4/05 10,20 Mrd. 2,453 Mrd.
1/06 8,940 Mrd. 1,347 Mrd.
2/06 8,01 Mrd. 0,885 Mrd.
3/06 8,739 Mrd. 1,301 Mrd.
4/06 9,694 Mrd. 1,501 Mrd.
1/07 8,852 Mrd. 1,610 Mrd.
2/07 8,680 Mrd. 1,278 Mrd.
3/07 10,090 Mrd. 1,860 Mrd.
4/07 10,712 Mrd. 2,271 Mrd.
1/08 9,673 Mrd. 1,443 Mrd.
2/08 9,470 Mrd. 1,601 Mrd.
3/08 10,217 Mrd. 2,014 Mrd.
4/08 8,226 Mrd. 0,234 Mrd.
1/09 7,145 Mrd. 0,647 Mrd.
2/09 8,024 Mrd. -0,398 Mrd.
3/09 9,389 Mrd. 1,856 Mrd.
4/09 10,569 Mrd. 2,282 Mrd.

(anw)