Intel kündigt neue SSD-Serie für Server an

Die SSDs der Familie DC S3700 mit MLC-Speicherchips sollen schneller, sparsamer, robuster und billiger sein als ihre Vorgänger. Intel verspricht bis zu 460 MByte/s beim Schreiben sowie geringe Schwankungen der Latenz.

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Von
  • Christof Windeck

(Bild: Intel)

Mit der SSD-Baureihe DC S3700 ändert Intel das Namensschema für die Solid-State Disks unter eigener Marke – die Vorgänger hießen noch SSD 710 (Lyndonville). Auch die Neulinge sind mit Multi-Level-Cell-(MLC-)NAND-Flash-Speicherchips bestückt, die besonders viele Schreibzugriffe vertragen sollen (High-Endurance Technology, HET). Die "Endurance" bei zufällig verteilten Schreibzugriffen soll je nach nomineller Kapazität zwischen 1,8 und 14,6 Petabyte liegen: Intel verspricht, dass sich die SSDs während ihrer Lebensdauer von 5 Jahren – das ist auch der Garantiezeitraum – täglich 10-mal komplett neu beschreiben lassen (PDF-Datei).

Die SSD mit SATA-6G-Interface soll ab Anfang 2013 in 2,5-Zoll-Bauform und mit den Kapazitäten 100, 200, 400 und 800 GByte erscheinen. Die 1000-Stück-Richtpreise sollen bei 235 US-Dollar für die 100-GByte-Version beginnen. Damit wäre die DC S3700 eine der billigsten Server-SSDs auf dem Markt. Intel will auch 1,8-Zoll-Varianten mit 200 und 400 GByte für besonders kompakte (Micro)Server verkaufen.

Als Leistungsdaten verspricht Intel bis zu 460 MByte/s beim Schreiben und 500 MByte/s beim sequenziellen Lesen. Bei zufällig verteilten Zugriffen sollen bis zu 75.000 IOPS beim Lesen von 4-KByte-Blöcken und 36.000 IOPS beim Schreiben derselben möglich sein, mit 8-KByte-Blöcken sind es maximal 47.500/20.000 IOPS. Daraus ergeben sich Datentransferraten von höchstens 307 MByte/s (75.000 1/s × 4 KByte) beziehungsweise 389 MByte/s mit 8-KByte-Blöcken. Die SSD-Versionen mit niedriger Kapazität sind beim Schreiben wie üblich langsamer – es stehen weniger parallel nutzbare Flash-Chips bereit.

Die DC S3700 bietet keine extrem hohen IOPS-Werte, aber Intel hat nach eigenen Angaben eine Art Quality-of-Service-(QoS-)Funktion implementiert: 99,9 Prozent aller 4-KByte-Zugriffe sollen innerhalb von weniger als 0,5 Millisekunden verarbeitet werden. Manche SSDs sind nämlich zwar sehr schnell, zeigen aber in unregelmäßigen Abständen längere Latenzen. Das kann in bestimmten Anwendungen zu Leistungsproblemen führen.

Laut Intel beträgt die Leistungsaufnahme einer DC S3700 im Leerlauf 0,65 Watt, bei Zugriffen sollen es 6 Watt "typisch" sein und im Burst bis zu 8,2 Watt. Der Leerlauf-Wert ist für eine Server-SSD niedrig, Seagate etwa nennt für die Pulsar.2 mindestens 3,5 Watt (PDF-Datei). Jede DC S3700 besitzt einen Speicherkondensator, um plötzliche Stromausfälle ohne Datenverlust zu überstehen. Die eingebaute Verschlüsselung verwendet den AES-256-Algorithmus. (ciw)