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Intel kündigt (versehentlich) Apollo-Lake-Celerons an

Je zwei Celeron- und einen Pentium-Typen mit Goldmont-Prozessorkernen verkauft Intel bald als Antrieb für Billig-Notebooks, Netbooks, Mini-PCs und NAS; es gibt auch erste Benchmark-Werte.

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Intel Apollo Lake Celeron N3350 N3450

Screenshot aus Intels PCN 114662-00

(Bild: Intel)

Mit der Produkt Change Notification PCN 114662-00 hat Intel – möglicherweise versehentlich – die Typennummern der ersten sechs "Apollo Lake"-Prozessoren veröffentlicht. Drei Chips der "N"-Familie sind wohl für Netbooks und Billig-Notebooks gedacht, drei weitere "J"-Typen für Mini-PCs.

Wie schon bei den Vorgängern Bay Trail und Braswell (Cherry Trail) handelt es sich um Celeron- und Pentium-Prozessoren, in denen aber eigentlich die Mikroarchitektur der Atom-Chips für Tablets und früher auch Smartphones steckt. Diese CPU-Kerne sind pro Taktzyklus wesentlich schwächer als jene von Celerons und Pentiums, die mit Core-Prozessoren (Skylake, Broadwell, Haswell ...) verwandt sind.

Apollo Lake-Prozessoren (14 nm, Goldmont-Arch.)
Marketing Name Stepping S-Spec Product Code
Intel Pentium N4200 B0 S R2Y9 FH8066802979703
Intel Celeron N3450 B0 S R2YA FH8066802979803
Intel Celeron N3350 B0 S R2YB FH8066802980002
Intel Pentium J4205 B0 S R2YE FH8066802986200
Intel Celeron J3455 B0 S R2YD FH8066802986102
Intel Celeron J3355 B0 S R2YC FH8066802986000

In der Ergebnis-Datenbank des Benchmarks Geekbench finden sich auch erste Werte zu Celeron N3450 & Co. Demnach ist zu erwarten, dass Celeron N3350 und J3355 je zwei Kerne haben, Celeron N3450 und J3455 aber vier – genau wie die Pentiums. Die Geekbench3-Ergebnisse des Celeron N3450 (Single-Core 1289, Multi-Core 2805) deuten darauf hin, dass die Single-Thread-Leistung der Apollo-Lake-Chips deutlich ansteigt im Vergleich zu den Braswells: Der Quad-Core Celeron N3150 erreicht nämlich lediglich 845/2891 Punkte, ein einzelner Kern ist also deutlich schwächer.

Auf dem IDF erklärte Intel, wie sich Apollo Lake auf eine kleine Platine (PCB) packen lässt.

(Bild: Intel)

Falls die Geekbench3-Werte mit seriennahen Produktmustern ermittelt wurden, rückt Intel mit den Atom-Lake-SoCs dicht an den kommenden AMD-Konkurrenten E2-9010 "Stoney Ridge" heran, der als Dual-Core 1441/2341 Punkte schafft.

Die GPU-Leistung dürfte aber weiterhin bei AMD höher liegen, auch wenn Intel für Apollo Lake eine "Gen9"-GPU verspricht. Bei Stoney Ridge darf man außerdem auf HDMI 2.0 hoffen, während Intel dazu bisher nichts verrät.

Auf einer inoffiziellen Präsentationsfolie von Intel findet sich ein Blockdiagramm zu Apollo Lake, das eine interessante Funktion für den Einsatz in Netzwerkspeichern (NAS) andeutet: Demnach könnten Versionen mit ECC-Fehlerschutz fürs RAM kommen. Die Vorgänger Celeron N3050 (Dual-Core) und Celeron N3150 (Quad) stecken in vielen aktuellen NAS. (ciw)

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