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Intel lässt Details zu kommenden Pentium-4-Versionen entschlüpfen

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In einer öffentlichen "Product Change Notification", mit denen Intel Entwickler über Produktveränderungen informiert, tauchen zurzeit noch geheime Details der kommenden Pentium-4-Prozessoren im LGA775-Gehäuse auf.

Die Product Change Notification (PCN) Nummer D0104101 vom 1. Juni beschreibt ein neues Stepping der 90-Nanometer-Prozessoren (Prescott). Dreizehn neue Pentium-4-Versionen mit Taktfrequenzen zwischen 2,8 und 3,6 GHz kündigt Intel an, davon acht im neuen LGA775-Gehäuse. Von diesen sollen wiederum drei (mit 3,2, 3,4 und 3,6 GHz) mit der 64-Bit-Erweiterung Intel Extended Memory 64 Technology (EM64T) aufwarten. Die fünf restlichen Exemplare tragen die neuen Nummernbezeichnungen:

  • Pentium 4 560: 3,6 GHz
  • Pentium 4 550: 3,4 GHz
  • Pentium 4 540: 3,2 GHz
  • Pentium 4 530: 3,0 GHz
  • Pentium 4 520: 2,8 GHz

Außer der 64-Bit-Erweiterung sind als Neuerungen bei allen LGA775-Ausführungen "Execute Disable Bit support" sowie "Additional thermal management features" vorgesehen. Dabei handelt es sich wahrscheinlich um den NX-Speicherschutz und möglicherweise um die ursprünglich schon früher erwartete D-VID-Funktion, mit der die Prescotts je nach Lastzustand unterschiedliche Frequenz-/Spannungskombinationen einnehmen können. Damit könnte die bisher sehr hohe Leistungsaufnahme der Pentium-4-Versionen mit 1 MByte L2-Cache vor allem in den bei typischem Desktop-Einsatz häufigen Ruhephasen (Idle-Modus) sinken. Allerdings schreibt Intel explizit, dass "im Vergleich zum D0-Stepping keine wesentlichen Veränderungen der elektrischen und thermischen Spezifikationen erwartet werden".

Die von Christian Vilsbeck vom Online-Dienst Tecchannel erstmals auf dem Intel-Server ausgespähte PCN erwähnt, dass Prescotts zurzeit im D0-Stepping (CPUID 0xF34h) ausgeliefert würden, das aktuelle "Specification Update" (vom Mai 2004, PDF hier) beschreibt allerdings erst C0 (0xF33h). Das E0-Stepping soll sich mit 0xF41h melden.

Bis auf wenige Ausnahmen dürften Mainboards mit LGA775-Sockel nur mit den kommenden Intel-Chipsätzen Alderwood (i925X) und Grantsdale (i915P, i915G und weitere) sowie mit neuen Chipsätzen von ATI, ULi, SiS und VIA zu haben sein. Welche genauen Voraussetzungen Chipsatz, BIOS und Spannungswandler erfüllen müssen, um die neuen Pentium-4-Funktionen EM64T, NX und D-VID nutzen zu können, ist zurzeit noch unklar. (ciw)