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Intel lässt die Börsianer im Unklaren [Update]

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Mit dem Prozessorhersteller Intel hat ein Schwergewicht den vierteljährlichen Reigen der Quartalsergebnisse der IT-Unternehmen eröffnet, der angesichts der Finanzkrise und den Turbulenzen an den Börsen in diesen Tagen wohl mit besonderer Spannung erwartet wird. Intels Zahlen sollten erste Indizien für die Marktentwicklung liefern. In diese blickt der Prozessorhersteller, dessen Marktwert seit September um ein Drittel schrumpfte, indes mit gemischten Gefühlen. Die Auswirkungen der Finanzkrise auf die Nachfrage seien schwer abzuschätzen, warnte Konzernchef Paul Otellini am Dienstag nach US-Börsenschluss, nachdem er die Zahlen für das "beste dritte Quartal" der Unternehmensgeschichte präsentiert hatte.

Laut diesen hat der Prozessorhersteller in den vergangenen drei Monaten einen kräftigen Gewinnsprung erzielt und damit die Erwartungen leicht übertroffen, wie aus einer Mitteilung (PDF-Datei) hervorgeht. Der Überschuss kletterte im dritten Quartal um 12 Prozent auf 2,0 Milliarden US-Dollar. Der Umsatz erhöhte sich um lediglich ein Prozent auf 10,2 Milliarden Dollar (7,5 Milliarden Euro).

Intels Zahlen linderten Befürchtungen, die Finanzkrise habe sich massiv negativ auf die Nachfrage nach Computern ausgewirkt, zitiert die Finanznachrichtenagentur Bloomberg den Analysten Craig Berger. Zwar habe sich die Nachfrage nach Desktop-PCs aus Unternehmen in den USA und in Europa abgeschwächt, auf der anderen Seite gebe es weiterhin eine starke Nachfrage nach Notebooks und Computern mit Chips im Niedrigpreissegment.

In den Zahlen der beiden Intel-Hauptsparten drückt sich das folgendermaßen aus: Der Umsatz mit Mikroprozessoren in der Digital Enterprise Group ging gegenüber dem dritten Quartal 2007 von 4,106 Milliarden auf 4,069 Milliarden US-Dollar zurück. Mit Chipsets und Mainboards erwirtschaftete Intel in dieser Sparte 1,249 Milliarden US-Dollar gegenüber 1,406 Milliarden vor einem Jahr. Entgegengesetzt das Bild in der Mobility Group: Hier stieg der Umsatz mit Mikroprozessoren von 2,832 Milliarden auf 3,387 Milliarden US-Dollar an, der Umsatz mit Chipsets von 1,139 Milliarden auf 1,294 Milliarden US-Dollar.

Für das laufende Schlussquartal rechnet der Konzern mit einem Umsatz zwischen 10,1 Milliarden und 10,9 Milliarden Dollar. Die Anleger reagierten nachbörslich mit einem Plus für die Intel-Aktie um 4 Prozent. Im Tagesverlauf hatte sie zuvor noch um 6,2 Prozent auf 15,93 Dollar verloren.

Wie zweischneidig Unternehmenspolitik in diesen Tagen sein kann, zeigt das Beispiel des Intel-Kunden Apple. Vor der Präsentation der neuen Notebook-Reihe schossen Spekulationen ins Kraut, der Hersteller würde einen tragbaren Rechner für 800 US-Dollar anbieten, um dem vorsichtigen Konsumentenverhalten Rechnung zu tragen. Nun hat das Unternehmen das günstigste Modell für 999 US-Dollar angekündigt sowie weitere für 1299 bis 1999 US-Dollar. Darin sieht laut Wall Street Journal der Analyst Gene Munster Apples Zuversicht trotz ökonomisch schwieriger Zeiten gespiegelt.

[Update]:
In Deutschland trieb vor allem die Kauflust der privaten Computer-Anwender das Geschäft von Intel voran. "Der Absatz der Notebooks ist zweistellig gewachsen", sagte der Geschäftsführer von Intel Deutschland, Hannes Schwaderer, gegenüber dpa. Hochwertige Notebooks mit einem großen Bildschirm seien besonders populär gewesen. Für das kommende Jahr erwartet Schwaderer auf dem deutschen Markt Wachstumsimpulse vom Einsatz von Intel-Chips in der Automobil- und Maschinenbau-Industrie.

Umsatz- und Gewinnentwicklung bei Intel
in US-Dollar
Quartal Umsatz Netto-
gewinn
1/00 8,0 Mrd. 2,7 Mrd.
2/00 8,3 Mrd. 3,5 Mrd.
3/00 8,7 Mrd. 2,73 Mrd.
4/00 8,7 Mrd. 2,6 Mrd.
1/01 6,7 Mrd. 1,1 Mrd.
2/01 6,3 Mrd. 0,85 Mrd.
3/01 6,5 Mrd. 0,11 Mrd.
4/01 7,0 Mrd. 0,50 Mrd.
1/02 6,8 Mrd. 0,94 Mrd.
2/02 6,3 Mrd. 0,45 Mrd.
3/02 6,5 Mrd. 0,69 Mrd.
4/02 7,2 Mrd. 1,05 Mrd.
1/03 6,8 Mrd. 0,92 Mrd.
2/03 6,7 Mrd. 0,896 Mrd.
3/03 7,8 Mrd. 1,7 Mrd.
4/03 8,7 Mrd. 2,173 Mrd.
1/04 8,1 Mrd. 1,7 Mrd.
2/04 8,1 Mrd. 1,8 Mrd.
3/04 8,5 Mrd. 1,9 Mrd.
4/04 9,6 Mrd. 2,123 Mrd.
1/05 9,4 Mrd. 2,154 Mrd.
2/05 9,2 Mrd. 2,038 Mrd.
3/05 9,96 Mrd. 1,995 Mrd.
4/05 10,20 Mrd. 2,453 Mrd.
1/06 8,940 Mrd. 1,347 Mrd.
2/06 8,01 Mrd. 0,885 Mrd.
3/06 8,739 Mrd. 1,301 Mrd.
4/06 9,694 Mrd. 1,501 Mrd.
1/07 8,852 Mrd. 1,610 Mrd.
2/07 8,680 Mrd. 1,278 Mrd.
3/07 10,090 Mrd. 1,860 Mrd.
4/07 10,712 Mrd. 2,271 Mrd.
1/08 9,673 Mrd. 1,443 Mrd.
2/08 9,470 Mrd. 1,601 Mrd.
3/08 10,217 Mrd. 2,014 Mrd.

(anw)